RESONANZEN – Heute vor 7 Jahren am 01. Juni 2019: 100 Tänzer und ein Orchester

RESONANZEN – Heute vor 7 Jahren am 01. Juni 2019: 100 Tänzer und ein Orchester

Am 1. Juni 2019 wurde im Rahmen des Deutschen Musikfestes in Osnabrück eine außergewöhnliche Idee Wirklichkeit: 100 Tänzerinnen und Tänzer und die Bläserphilharmonie Osnabrück gestalteten gemeinsam das inklusive Tanz- und Konzertprojekt [eMOTION]. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren unterschiedlichster Herkunft sowie Menschen mit und ohne Behinderung standen gemeinsam auf der Bühne und machten erlebbar, was kulturelle Teilhabe im besten Sinne bedeuten kann: Gemeinschaft in Vielfalt. Inklusion wurde dabei nicht als Abgrenzung verstanden, sondern als offener und verbindender Gedanke, der Menschen über Generationen, Erfahrungen und Lebensrealitäten hinweg zusammenführte.

Im Mittelpunkt des Konzerts stand Maurice Hamers‘ groß angelegtes Werk „Chakra“. Die Komposition beschreibt die sieben Energiezentren des Menschen und die ihnen zugeschriebenen Emotionen, Eigenschaften und Entwicklungsschritte. Für [eMOTION] wurde diese musikalische Reise erstmals in eine groß angelegte Choreografie übertragen. Die Tänzerinnen und Tänzer machten die in der Musik angelegten Gefühle sichtbar und verliehen den Klängen eine zusätzliche Ausdrucksebene.

Der Weg zu diesem Projekt begann bereits Jahre zuvor. Die Begegnung mit dem Werk während eines Meisterkurses bei Maurice Hamers selbst sowie ein Workshop mit dem renommierten Tanzpädagogen Royston Maldoom – bekannt durch das Berliner Philharmoniker-Projekt „Rhythm Is It!“ – lieferten für Jens Schröer die entscheidenden Impulse. Mit Unterstützung der Felicitas und Werner Egerland-Stiftung konnte die Vision schließlich im Rahmen des Deutschen Musikfestes verwirklicht werden.

Dem Hauptwerk gingen weitere eindrucksvolle Kompositionen voraus: Ron Nelsons experimentelles „Resonances 1“, David Maslankas bewegendes „On this Bright Morning“ sowie die deutsche Erstaufführung von Wayne Oquins „Affirmation“. Gemeinsam bildeten sie ein Konzertprogramm, das sich mit den großen Fragen menschlicher Existenz auseinandersetzte – mit Freude und Trauer, Verlust und Hoffnung, Schmerz und Liebe. Der Titel [eMOTION] war dabei bewusst gewählt. Musik und Tanz sind Ausdrucksformen von Emotionen. Sie bewegen Menschen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Was das Publikum an diesem Abend erleben durfte, war die transformative Kraft beider Künste: Musik wurde sichtbar, Tanz wurde hörbar.

Neun Jahre später bleibt die Erinnerung an dieses einzigartige Projekt lebendig. Es war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Kunst Menschen verbindet, Räume für Begegnung schafft und zeigt, was möglich wird, wenn viele unterschiedliche Menschen gemeinsam eine Vision verwirklichen.

100 Tänzer. Ein Orchester. Unzählige bewegende eMotionen.