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„… sende ich freudig dir dieses Lied…“

Erzählkonzert zur Komponistenfreundschaft zwischen Gustav Holst und Ralph Vaughan Williams

 

Sie verband eine außergewöhnlich vertrauensvolle Beziehung, die geprägt war von gegenseitiger Bewunderung und Wertschätzung, die ihnen die Freiheit gab, die Musik des anderen mit verblüffender Direktheit zu kritisieren und die soweit reichte, dass der eine vom anderen scherzhaft behauptete, abzukupfern und des anderen Musik zu schreiben. Die Freundschaft zwischen Gustav Holst (1874-1934) und Ralph Vaughan Williams (1872-1958) begann 1895 während des Studiums am Royal College of Music in London und dauerte bis zum frühen Tod des einen, Holst, im Jahre 1934 an.

 

Die Bläserphilharmonie Osnabrück stellt jene Komponistenfreundschaft mit Auszügen aus Briefwechseln und Tagebucheinträgen (mit Echo-Preisträger Helmut Thiele als Sprecher) ins Zentrum ihres Orchesterkonzertes. Dazu erklingen die Bläserkompositionen beider Komponisten wie z.B. Holsts berühmter First und Second Folk Song Suite, ebenso dessen bahnbrechendes, aber selten zu hörendes Hammersmith oder auch Vaughan Williams kontrapunktische Toccata Marziale.

 

 

Konzerttermine- und -orte

Sonntag 23. Oktober 2016, 17.00 Uhr
Forum Melle, Melle

Programm

(nicht in Konzertreihenfolge, z.T. auch nur Auszüge)

 

Ralph Vaughan Williams,
English Folk Song Suite

 

Gustav Holst
First Suite in Es, op. 28, Nr. 1

 

Gustav Holst
Second Suite in F, op. 28, Nr. 2

 

Ralph Vaughan Williams
Toccata Marziale

 

Johann Sebastian Bach, arr. Gustav Holst, ed. Jon C. Mitchell
Fugue a la Gique

 

Gustav Holst
»Hammersmith«, op. 52
Prelude: Poco adagio – Scherzo: Poco vivace

 

Gustav Holst, arr. Gustav Holst/Dennis Wright
A Moorside Suite
2. Nocturne

 

Gustav Holst, arr. Ralph Vaughan Williams, ed. Robert Grechesky
»I vow to thee, my country«

Ausführende

Helmut Thiele, Sprecher
Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.
Jens Schröer, Leitung

Sponsoren

Sparkasse Melle
Kulturamt der Stadt Melle

Kooperationen

Thiele-Neumann Theater
Kulturamt der Stadt Melle

Eine abendliche Schwejkiade

Jaroslav Hašek satirischer Roman „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ um die Erlebnisse des böhmischen Hundehändlers Josef Schwejk im Ersten Weltkrieg gehört zu den unvergänglichen und zugleich amüsantesten Werken der Weltliteratur. Alles nimmt irgendwo in einer Prager Hinterhofgaststube mit einem blöden Kommentar Schwejks zum Tode des Kronprinzen Franz Ferdinand seinen Lauf und bringt den tollpatschigen Protagonisten über Umwege direkt an die Front, die er aber mit dem Glück des vermeintlich Einfältigen in letzter Sekunde vor dem Standgericht übersteht… Mit viel Witz und Phantasie erzählt Helmut Thiele einige schelmische Abenteuer, die zum Sinnbild des Widerstandes gegen jegliche Obrigkeit wurden. Man lacht über die Naivität des Protagonisten, über seine Einfältigkeit und seine absurde Sprachkomik. Aber so blöde ist der Schwejk nicht, auch wenn es ihm amtsärztlich attestiert wurde. Er hat vielmehr etwas Anarchistisches, Subversives an sich… und er ist es, der die Komik der Kriegshetze jener Zeit demaskiert. Hinzu kommen Auszüge aus der Schwejk-Oper Robert Kurkas für kleines Bläserensemble, die bisweilen den Tonfall Schwejks imitieren und mit vordergründiger Einfalt und grotesker Schlichtheit den abenteuerlichen Schwejkiaden unmittelbare Gestalt verleihen.

Konzerttermine und -orte

Fr, 24. Oktober 2014, 20.00 Uhr,
Lagerhalle, Café Spitzboden

Programm

Robert Kurka
»The Good Soldier Schweik Suite«, op. 22

Ausführende

Helmut Thiele, Sprecher
Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.
Jens Schröer, Leitung

Zusammenarbeit

Thiele-Neumann-Theater
Lagerhalle e.V. Osnabrück
Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück

Pressestimmen

„Szenische Lesung mit Livemusik lässt k. u. k. Monarchie kurzzeitig aufleben“
Neue Osnabrücker Zeitung, 27.10.2014

 

[…] Unter dem Titel „Also nach’ m Krieg um 6 Uhr Abend . . .“ wurde [eine szenische Lesung mit Livemusik] am Freitag als ein Beitrag der Veranstaltungsreihe „100 Jahre Erster Weltkrieg“ im Spitzboden der Lagerhalle aufgeführt. […] Im Internet war Schröer auf Noten des US-Komponisten Robert Kurka gestoßen. Der hatte aus Jaroslav Hašeks in den 1920ern entstandenem Romanfragment „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ seine 1958 uraufgeführte Oper kreiert. Diese musikalisch-literarische Verbindung inspirierte Schröer und Thiele. Im Wechsel von Stücken aus Kurkas Opernsuite-Fassung und Thieles Vortrag einzelner Episoden wurde die untergegangene Welt der österreichisch-ungarischen k. u.k.Monarchie für zwei Stunden wiederbelebt. Überzeichnete Marschrhythmen, fröhliche Polkaklänge, vermischt mit schrägen Tönen, die an die Musik Kurt Weills erinnerten, gaben der Geschichte um den Prager Hundehändler Josef Schwejk in den Wirren des Ersten Weltkriegs den passenden Anklang. Mit seiner Mischung aus Naivität und Gewitztheit treibt der nämlich nicht nur Oberleutnant Lukasch in den Wahnsinn, sondern stillt auch die allzu weltliche Gier von Feldkurat Otto Katz nach Nussbranntwein oder betätigt die Notbremse auf der Eisenbahnfahrt ins südböhmische Budweis. Stimmlich schöpfte Thiele aus dem Vollen, verpasste dem braven Soldaten Schwejk den typischen böhmischen Zungenschlag, ließ Wirt Palivec über Kaiser und Erzherzog poltern. Dass sich Schwejk vor Kriegswirren und Standgericht retten kann, verdankt er nicht zuletzt seiner vordergründigen Einfalt. Wie es der Soldat aus dem Mund Thieles ausdrückte: „Melde gehorsamst: Ich denk überhaupt nicht.“

Little Red Riding Hood

Im Rahmen des Landesmusikfestes NRW 2014 öffneten sich für etwa 600 Schülerinnern und Schüler der umliegenden Grundschulen die großen Portale der Soester Stadthalle: Die Bläserphilharmonie Osnabrück lud zur musikalischen Märchenstunde ein und bot gemeinsam mit dem Echo-Preisträger Helmut Thiele in einer spannenden und handlungsorientierten Adaption das Märchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“ dar. Grundlage war die Komposition „Little Red Riding Hood“ op. 73c für sinfonisches Blasorchester des englischen Komponisten Paul Patterson, welche in Deutschland am 2. Mai in seiner Bearbeitung für Blasorchester (durch Paul Pellay) seine deutsche Uraufführung erfuhr.

 

Das vertonte Märchen hat jedoch nicht den originalen Text aus den „Kinder und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm zur Grundlage, sondern Patterson nutzte die in weiten Teilen satirische und ironische Textversion von Roald Dahl (1916-1990) aus seinen „Revolting Rhymes“. Dahl, der uns heute vor allem durch seine spannenden und phantasievollen Kinderbücher wie „Danny oder Die Fasanjagd“ oder auch „Charlie und die Schokoladenfabrik“ bekannt ist, gilt eigentlich als Meister der makaberen und scharf pointierten Erzählungen. So trifft man in seiner gereimten Märchenfassung von „Little Red Riding Hood“ eben nicht auf ein naives junges Rotkäppchen, sondern auf ein kluges, vorausahnendes… und einen ziemlich dämlichen Wolf.

Konzerttermine und -orte

Fr, 2. Mai 2014, 10.00 / 11.30 Uhr
Stadthalle Soest

Programm

Paul Patterson, arr. Paul Pellay
„Little Red Riding Hood“ op. 73C (DE)

Ausführende

Helmut Thiele, Sprecher
Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.
Jens Schröer, Leitung

Zusammenarbeit

Helmut Thiele (duo pianoworte)

Volksmusikerbund NRW e.V.

Pressestimmen

„Sie waren gebannt von der Musik“
VMB NRW, 03.05.2014

 

Der Volksmusikerbund NRW, so Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, in ihrem Grußwort zum Landesmusikfest in Soest, widerlege die „pessimistische Sichtweise“, Musik sei bei Jugendlichen zum bloßen „Hintergrundgeräusch“ geworden. Kindern und Jugendlichen einen Zugang zum aktiven Musizieren zu ermöglichen, ist eine der wichtigen Aufgaben des größten Instrumentalmusikverbandes in NRW. Wie das geschehen kann, wird auf dem Landesmusikfest deutlich: Mit der „Rackermeile“ der Landesmusikjugend im „Alten Schlachthof“ und dem Erzählmärchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“. [..] Um die gleiche Zielgruppe ging es am Freitagmorgen in der Stadthalle Soest. Vor 600 Kindern präsentierte das Bläserorchester Osnabrück das Erzählmärchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“. Es beruht auf einer Interpretation des Märchenklassikers vom englischen Schriftsteller Roald Dahl. Die Kinder im Alter zwischen 4 und 11 Jahren erlebten häufig zum ersten Mal ein großes Orchester live. „Sie waren gebannt von der Musik“, so beschrieben Erzieherinnen und Lehrerinnen die Reaktion der Kinder. Viele Kindergärten und Schulen hatten den Brückentag nach dem 1. Mai zu einem Besuch des Konzerts in der Stadthalle Soest genutzt. Die Kinder seien schon „seit Tagen aufgeregt“ gewesen, so Marion Hafner, Lehrerin an der Petri-Schule in Soest, über deren Erwartungen im Vorfeld des Konzerts. Es ist eben immer noch etwas besonderes, ein Orchester zu erleben anstatt Musik nur passiv zu hören. Dazu gehörte der Ansatz der Bläserphilharmonie, die Kinder aktiv in das Konzertprogramm einzubinden. Sie waren tatsächlich für die Hintergrundgeräusche in dem Erzählmärchen verantwortlich, von denen Frau Kraft in ihrem Grußwort sprach: Für das Gewitter oder den prasselnden Regen.

 

 

„Kulturförderung, die man hören kann.“
Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen; VMB NRW, 22.04.2014

 

Vom 30. April bis zum 4. Mai wird in Soest das Landesmusikfest 2014 stattfinden. Die Schirmherrschaft hat dankenswerterweise die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, übernommen. Der Präsident des Volksmusikerbundes NRW (VMB NRW), Staatssekretär a.d. Jochen Westermann aus Arnsberg, sieht darin einen Ausdruck für die große Wertschätzung, die der Verband in dem größten deutschen Bundesland genießt. Er weist in seiner Stellungnahme auf das Grußwort der Ministerpräsidentin zum bevorstehenden Landesmusikfest hin. Frau Kraft betone, wie sich „die Vereine des Volksmusikerbunds“ die Nachwuchsförderung „auf ihre Fahnen geschrieben“ hätten. Jedes Jahr machten dort viele Kinder und Jugendliche „ihre ersten musikalischen Gehversuche“, so die Schirmherrin des Landesmusikfestes. Sie betont zudem, wie wichtig es der Landesregierung sei, die Vereine „dabei zu unterstützen und auf ihrem weiteren Weg zu begleiten“. Es sei „eins der wichtigsten Ziele der Landeskulturförderung. Beim Landesmusikfest in Soest ist zu erleben, wie aus den Anfängern von einst begeisterte und begeisternde Musiker geworden sind: Kulturförderung, die man hören kann.“Das Landesmusikfest, so Westermann, werde mit seinem Programm in den kommenden fünf Tagen diesem Anspruch mehr als gerecht werden. […] Die Nachwuchsförderung und die musikalische Früherziehung werden in Soest besonders zum Ausdruck kommen, so Westermann. Unter anderem werde die Bläserphilharmonie Osnabrück am 2. Mai in der Stadthalle Soest das Erzählmärchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“ aufführen. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche, um auf spielerische Art und Weise einen Einstieg in die Welt des anspruchsvollen Musizierens zu ermöglichen. Es ist nur ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten, die das Landesmusikfest seinen Besuchern bietet.