Nächstes Konzert: REQUIEM für den Frieden am 17. April 2016

Das kommende Chor-Orchesterkonzert der Bläserphilharmonie Osnabrück am Sonntag, 17. April 2016 (16.30 Uhr, St. Katharinen, Osnabrück) steht ganz im Zeichen von berührender und erhebender Musik mit alten liturgiegebundenen Texten wie sie unmittelbarer nicht unter die Haut gehen könnte.

 

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Im Zentrum steht das eindrucksvolle „Requiem“ des ungarischen Komponisten Frigyes Hidas (1928-2007), das sich in der Tradition der großen romantischen Requien Faurés, Berlioz und Verdis mit großem Chor, Solistenquartett und – nunmehr – sinfonischem Blasorchester versteht. Düstere Akkorde leiten das etwa einstündige Werk ein, doch schon nach den ersten Takten weicht jene Dunkelheit dem Licht und eröffnet dem Zuhörer den Zugang der ursprünglich in der katholischen Liturgie verhafteten Messe für die Verstorbenen: Selbst in Zeiten tiefster Dunkelheit ist es die Zuversicht, der unüberbietbaren Liebe und wohltuenden Geborgenheit Gottes gewiss zu sein. Von diesem Gedanken getragen, ist auch Hidas´ Widmung („im Gedenken alle Opfer vergangener Kriege“) zu verstehen: Bei der Frage um den Frieden geht es nicht nur um eine Vertröstung auf eine kommende, jenseitige Zeit. Mit der Erinnerung und dem Gebet für die Verstorbenen verbindet sich vielmehr auch die Hoffnung auf ein Ende aller Feindseligkeit und der andauernden Konflikte in heutiger Zeit. Somit ist Hidas´ Requiem ein klingendes Mahnmal für Toleranz und Frieden.

Und ebenso ist auch Hidas´ Musik stets optimistisch, klangschön und ausdrucksstark beschaffen: Gekennzeichnet durch melodischen Reichtum und harmonische Tiefe, weiß sie auch rhythmisch vielerorts wachzurütteln. In Kombination mit dem traditionellen Requiemtext gelingt es Hidas in sensibler Art und Weise der Musik immer wieder neue Facetten abzugewinnen, die von kraftvollen Blechbläserfanfaren bis zu einem fast kammermusikalischen Klang reichen.

Den theologischen Grundgedanken vorwegnehmend, leiten Alfred Reeds (1921-2005) fulminante Variationen „Praise Jerusalem!“ über einen armenischen Osterhymnus in das Konzert ein. Ganz dieser Linie folgend schließt die Uraufführung der Auftragskomposition durch Stephen Melillo (*1957) an das Requiem an: Er ließ sich mit „In the darkest darkness…“ von den Worten Dietrich Bonhoeffers („Von guten Mächten…“) zu einem zutiefst ergreifenden Werk für Chor und sinfonisches Blasorchester inspirieren.

Das Projekt „Requiem für den Frieden“ bildet die Fortführung der 2014, aus Anlass des 50. jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Osnabrück und Haarlem begonnen Kooparation der Bläserphilharmonie und Vocalvielharmonie Osnabrück (Holger Dolkemeyer, Leitung) mit dem Haarlems Gemengd Koor (Ardaan Dercksen, Leitung), die nach der Aufführung der Friedensmesse „The Armed Man“ von Karl Jenkins nun ihr zweites gemeinsames Projekt unter der Gesamtleitung von Jens Schröer durchführen.

Programm:

Alfred Reed „Praise Jerusalem!“
Frigyes Hidas „Requiem“
Stephen Melillo „In the darkest darkness…“ (Uraufführung)

 

Der Eintritt beträgt im Vorverkauf (Tourist Information Osnabrück, Musikhaus Rohlfing) erm. 10,- EUR, an der Abendkasse 15,- EUR (mit KUKUK 1,- EUR).