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[eMOTION]

100 Tänzer und ein Orchester: Inklusives Tanzprojekt im Rahmen des 6. Deutschen Musikfestes in Osnabrück

 

Im Konzert [eMOTION] findet der Mensch grundlegend (zu) sich selbst und erlebt die transformative und befreiende Kraft der Musik und des Tanzes. Im Hauptwerk des Konzertes, Maurice Hamers „Chakra“, gelingt es, die Lehre der sogenannten Chakren, der sieben Energiezentren des Menschen, in Tönen auszudrücken. Je nach Chakra konkretisieren sie sich in typisch menschlichen Charaktereigenschaften und Emotionen. Diese besondere Wirkweise des Werkes wurde nun in das Medium des Tanzes übertragen.
Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren jeglicher Herkunft, mit und ohne Behinderung tanzten im inklusiven, von der Felicitas und Werner Egerland-Stiftung geförderten Projekt [eMOTION] zur Orchestermusik. Inklusiv wurde dabei nicht nur verengend auf Menschen mit Behinderung verstanden, sondern integrativ in einem öffnenden und gemeinschaftlichen Sinne, um (kulturelle) Teilhabe in gemeinsamer Verschiedenheit zu ermöglichen. Dabei arbeitete die Bläserphilharmonie Osnabrück Hand in Hand mit der auf diesem Gebiet erfahrenen und über die Region hinaus bekannten Tanzschule Hull Dance & Events GmbH und der Patsy & Michael Hull Foundation e.V. zusammen. Der Choreografie zu „Chakra“ gingen in dem etwa 75minütigen Konzert in der OsnabrückHalle Werke von Ron Nelson („Resonances 1“), David Maslanka („On this bright morning“) sowie die deutsche Erstaufführung von „Affirmation“ des US-Amerikaners Wayne Oquin voraus.

Konzerttermine- und -orte

Galakonzert im Rahmen des Deutschen Musikfestes 2019

 

Samstag, 01. Juni 2019, 11.00 Uhr
OsnabrückHalle, Osnabrück

Programm

Ron Nelson (*1949)
Resonances 1

 

Wayne Oquin (*1977)
Affirmation [DE]

 

David Maslanka (1943-2017)
On this bright morning

 

Maurice Hamers (*1962)
Chakra

Ausführende

Patsy Hull-Krogull und Guido Niermann, Choreografie
Bläserphilharmonie Osnabrück
Jens Schröer, Konzept und Leitung

Sponsoren

Kooperationen

Hull Dance & Events GmbH
Patsy & Michael Hull Foundation
Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände e.V.

„…wohl zu der halben Nacht…“

Blechbläsermusik gehört schon seit Jahrhunderten zu einem traditionellen Weihnachtsfest, schafft sie doch eine besinnliche Atmosphäre oder verleiht der (Vor-) Freude einen besonders festlichen Glanz inmitten der dunkelsten Zeit des Jahres.

In der kammermusikalischen Besetzung mit Trompeten, Hörnern, Posaunen und Tuba präsentierte die Bläserphilharmonie Osnabrück ein Kirchenkonzert zur Adventszeit. Dabei erklangen festlich-strahlende Barockwerke von Bach bis Purcell, mehrchörige Canzonen der Renaissance (Gabrieli) bis hin zu Bearbeitungen von Advents- und Weihnachtsliedern wie „Es ist ein Ros´ entsprungen“ – das vom schlichten Choral bis zur prachtvollen Canzona aus verschiedenen Perspektiven zu hören war – und gaben einen musikalischen Vorgeschmack auf jene besinnliche Zeit.

Konzerttermine- und -orte

Dienstag, 04. Dezember 2018, 19.30 Uhr
St. Johann, Osnabrück

 

Freitag, 14. Dezember 2018, 19.30 Uhr
Bergkirche, Osnabrück

Programm

Arvo Pärt (*1935)
Arbos


Michael Praetorius (1571-1621)
Partita über den Choral »Es ist ein Ros entsprungen« mit Text-Rezitation des Liedes
Jan Sandström (*1954) für Blechbläserquartett und Orgel
Robert Wilkinson (*1956) für Tubaquartett
Melchior Vulpius (1570-1615) Kanon für vier Stimmen
Roger Harvey (*1949) für Blechbläserquintett
Guido Rennert (*1973) für großes Belchbläserensemble

Henry Purcell (1659-1695), arr. John Iveson
Trumpet Tune and Air


Johann Sebastian Bach (1685-1750), arr. Robert King
Contrapunctus 1 aus »Die Kunst der Fuge«, BWV 1080


Giovanni Gabrieli (1557-1612)
Canzon primi toni a 8 aus »Sacrae Symphoniae«


Giovanni Gabrieli, arr. Philip Jones
Sonata pian’e forte aus »Sacrae Symphoniae«


Giovanni Gabrieli, arr. Robert King
Canzon a 12


Trad., arr. Roger Harvey
Away in a manger


Gustav Holst (1874-1934), arr. Roger Harvey
In the Bleak Midwinter


Johann Sebastian Bach, arr. Peter Reeve
Wachet auf, ruft uns die Stimme, BWV 645


Morten Lauridsen (*1943), arr. Lauridsen
O Magnum Mysterium

 

Zugabe:
Trad., arr. Roger Harvey
The First Nowell

Ausführende

Blechbläserensemble der Bläserphilharmonie Osnabrück
Christian Joppich, Orgel
Dennis Weh, Orgel
Jens Schröer, Leitung

Kooperationen

Evangelisch-reformierte Gemeinde Osnabrück
Oldenburgische Landesbank

„…trunken von Fantasie…“

„Jeder Künstler ringt mit der Wirklichkeit mittels seiner Einbildungskraft […]. [Die] Fantasie ist sein größter Schatz, das Rüstzeug für sein ganzes Leben. Und da seine Arbeit sein ganzes Leben ist, wird seine Fantasie fortwährend strapaziert. Sein Leben ist geträumt.“ (Leonard Bernstein)

 

Dirigent berühmter Orchester, Komponist am Puls der Zeit, leidenschaftlicher Musikpädagoge und enthusiastischer Weltbürger: Leonard Bernstein (1918-1990). Im August 2018 wäre er 100 Jahre alt geworden. Kaum ein anderer Musiker des 20. Jahrhunderts war so vielseitig begabt und engagiert wie Bernstein. Seine Leidenschaft, so August Everding, war die Fantasie: „Die Fantasie schafft Ihre Leiden, aber erweckt auch Ihre Hoffnung, jenes Prinzip Hoffnung, dass [ihn] immer mitgerissen hat – und uns.“

Neben Leonard Bernstein steht mit Aaron Copland (1900-1990) einer der bedeutendsten Vaterfiguren der amerikanischen Musik des 20. Jahrhunderts auf dem Programm oder, wie es sein prominentester Schüler, Freund und Interpret Bernstein einmal formulierte, „der Hohepriester der amerikanischen Musik“. Bereits im Studium begann die enge Freundschaft zwischen Copland und Bernstein, der in Copland für viele Jahre seinen eigentlichen Kompositionslehrer sah.
Ihre Musik ist außergewöhnlich abwechslungsreich und überwindet oftmals traditionelle Grenzen. Während Copland den Klang Amerikas mit Werken wie den „Old American Songs“ oder den „Variations on a Shaker Melody“ neu formte, schloss vor allem Bernstein u.a. mit „Candide“ oder der „West Side Story“ die Kluft zwischen klassischer Musik, Broadway-Musical oder Jazz und war von einer unbändigen, geradezu anstiftenden „Freude an der Musik“ getrieben, nicht nur Musik zu schreiben, sondern diese auch Jung und Alt zu vermitteln.

Anlässlich Bernsteins 100. Geburtstages präsentiert die Bläserphilharmonie Osnabrück gemeinsam mit der Mezzosopranistin Gabriella Guilfoil unter Leitung von Jens Schröer jene Komponistenfreundschaft in Originalwerken und Bearbeitungen.

Konzerttermine- und -orte

Samstag, 01. September 2018, 19.30 Uhr
Forum Melle, Melle

 

Sonntag, 02. September 2018, 17.00 Uhr
Theater Osnabrück, Osnabrück

Programm

Aaron Copland
An Outdoor Overture

 

Aaron Copland, arr. William Silvester
Old American Songs (Auswahl aus Set 1 und 2)
1. The Boatsman´s Dance (I/1)
2. Simple Gifts (I/4)
3. Zion´s Walls (II/2)
4. Long Time Ago (I/3)
5. I bought me a cat (I/5)
6. At the River (II/4)

Gabriella Guilfoil, Mezzosopran

 

Leonard Bernstein, arr. Clare Grundman
Candide Suite

 

Pause

 

Aaron Copland
Fanfare for the Common Man

 

Aaron Copland
Variations on a Shaker Melody (aus »Appalachian Spring«)

 

Leonard Bernstein, transc. Paul Lavender
Symphonic Dances from »West Side Story«

 

Aaron Copland, arr. Kenneth Singleton
The Promise of Living

Ausführende

Gabriella Guilfoil, Mezzosopran
Bläserphilharmonie Osnabrück
Jens Schröer, Leitung

Sponsoren

Kreissparkasse Melle
Sanicare

Kooperationen

The Leonard Bernstein Office, Inc.
Theater Osnabrück
Kulturamt der Stadt Melle

Fremde Heimat

In „Fremde Heimat“ stellt die Bläserphilharmonie Osnabrück die künstlerischen Auswirkungen der Exilserfahrung wichtiger Komponisten des 20. Jahrhunderts in den Mittelpunkt: Denn Exilwerke enstehen zumeist unter anderen Bedingungen – entweder für neue Auftraggeber, bewusst gegen das Regime oder als Selbstreflexion des Verlusts der eigenen, und Kritik an der neuen Heimat. Vielfach stellen sie auch ein beharrliches Schreiben gegen die aktuelle Zeit in der Hoffnung auf bessere Zeiten dar, um wenigstens im künstlerischen Bereich Haltung und Normalität zu wahren.

 

Ausgewandert aus dem Europa der musikalischen Moderne erzählen Komponisten wie Arnold Schönberg (Thema und Variationen op. 43a) und Paul Hindemith (Marsch aus Sinfonische Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber) in ihrer Musik über Grenzen und Grenzerfahrungen, über Flucht und Fremdsein und der Suche nach Heimat. Einen anderen Weg ging Dmitri Schostakowitsch (Sinfonie Nr. 9), der sich wohl eher in die „innere Emigration“ begab, da seine eigene Heimat denn mehr zur Fremde wurde. Im Zentrum des Konzerts steht zudem ein Saxophon-Konzert, wurde das  Instrument doch gerade im Nationalsozialismus als „verdächtig“ bezeichnet und als Repräsentant der sogenannten „entarteten Musik“ diffamiert. Als Solistin in Ingolf Dahls Concerto for Altosax and Wind Orchestra steht der Bläserphilharmonie Asya Fateyeva zur Seite, die 2016 als beste  „Nachwuchskünstlerin des Jahres“ den ECHO KLASSIK AWARD gewann und erst kürzlich mit ihrer neuen CD „Bachiana“ Aufsehen erregte.

Konzerttermine- und -orte

Samstag, 03. März 2018, 19.00 Uhr
Martinikirche, Melle-Buer

 

Sonntag, 04. März 2018, 11.00 Uhr
Aula des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums, Osnabrück

Programm

Paul Hindemith (1895-1963), arr. Keith Wilson
Marsch aus Sinfonische Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber (1943)

 

Arnold Schönberg (1874-1951)
Thema und Variationen op. 43a (1943)

 

Dmitrij Schostakowitsch (1906-1975), arr. Hardy Mertens
Sinfonie Nr. 9 (1944/45)

 

Ingolf Dahl (1912-1970)
Konzert für Altsaxophon und Bläserensemble (1949, rev. 1953)

 

Sergej Rachmaninow, transc. Jos van der Braak
Vocalise, op. 34, Nr. 14

Ausführende

Asya Fateyeva, Saxophon
Bläserphilharmonie Osnabrück
Jens Schröer, Leitung

Sponsoren

Oldenburgische Landesbank
Stadt Osnabrück

Kooperationen

Martinimusik, Melle-Buer

Rigoletto

Nach den beiden Erfolgsproduktionen Anatevka und Carmen kehrte Regisseurin Adriana Altaras für die Neuinszenierung einer der beliebtesten Opern Giuseppe Verdis voller mitreißender Musik und einer Geschichte von politischer Sprengkraft nach Osnabrück zurück: Rigoletto. Am Hofe des Herzogs von Mantua wird er gehasst und gefürchtet gleichermaßen. Im Dienste seines Herrn wetzt er Geist und Zunge, bis ihn eines Tages ein Fluch Graf Monterones, dessen Tochter dem herzoglichen Frauenverschleiß zum Opfer fiel, bis ins Mark trifft. Denn auch Rigoletto hat eine verwundbare Stelle, die er sorgsam zu verbergen sucht: seine Tochter Gilda. Doch Gilda wird erwachsen, entdeckt die Welt und die Liebe, die sie ausgerechnet in die Arme des Herzogs treibt. Monterones Fluch zieht mit Macht seine Bahn.

 

Die Bläserphilharmonie Osnabrück wirkt als italienische Banda in ihrer Funktion als Bühnenmusik in dieser Produktion des Theaters Osnabrück mit.

Fotos: Jörg Landsberg, Jens Schröer

Konzerttermine und -orte

Spielzeit 2017/2018
Theater Osnabrück

Programm

Guiseppe Verdi
»Rigoletto«

Ausführende

Musikalische Leitung: Andreas Hotz
Inszenierung: Adriana Altaras
Etienne Pluss: Bühne, Kostüme
Choreinstudierung: Markus Lafleur
Dramaturgie: Ulrike Schumann

Chor, Extrachor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester
Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.

Zusammenarbeit

Theater Osnabrück

Pressestimmen

„Hofnarr als Jude“
Kulturfeder, 12.03.2018

[…] Doch zumindest scheint die Regisseurin, die in Osnabrück unter anderem schon eine wunderbare Inszenierung von „Anatevka“ verantwortete, die Provokation zu lieben: So hebt sich der Vorhang und gibt sogleich den Blick frei auf ein edles Herrenhaus, in dem sich die Mitglieder eines Herrenclubs mit heruntergelassenen Hosen obszön vergnügen, während die Bläserphilharmonie Osnabrück dazu fein aufspielt. […]

 

Der Narr als kurzsichtiger Jude
der Opernfreund, 14.01.2018

Bei der Bühnenmusik ist die Bläserphilharmonie Osnabrück unter der Leitung von Jens Schröer ein verlässlicher Partner, während im Graben das Osnabrücker Symphonieorchester zu Höchstform aufläuft. Hier hält An-Hoon Song die Fäden zusammen und präsentiert ein energiegeladenes Dirigat […].

„… und Welt und Traum.“

Konzeptionell treffen im Konzert zwei Komponisten aufeinander, deren beider Musik man im Wortlaut Gustav Mahlers als „gelebte Musik“, zwischen weltlichem, menschlichen Dasein und dem Versinken in innere Seelenzustände verstehen muss: Zum einen ist es Johan de Meijs „Sinfonie der Lieder“ (für Sopran, Kinderchor und Blasorchester), die im Ton und gleichsam in der Dramaturgie des Werkes explizit Rekurs auf Mahlers Lied- und Sinfonieschaffen und seine musikästhetischen Vorstellungen von Welt, Mensch und Musik nimmt. Ihr gegenüber steht die Klangwelt David Maslankas und seiner monumentalen Vierten Sinfonie, in der er versucht, den Fragen und der Suche nach Antworten des Lebens und des menschlichen Seins
einen geeigneten Ton zu geben.

 

In beider Musik erscheinen Welt und Traum als erlebte. Und die Musik sagt: Das Erleben der Welt beinhaltet nicht nur das Schöne und Gute, sondern tut auch weh; sie beinhaltet wesensmäßig „das Unabgeschlossene, Brüchige aber auch das Übersichhinausweisende der Welt“ (Georg Lukács). Es ist eine Musik taumelnd zwischen Welt und Traum, zwischen Rückkehr in Verinnerlichung und Dasein abseits aller Äußerlichkeiten, zwischen Todestrauer und höchstem Entzücken.

 

Konzerttermine- und -orte

Samstag, 11. März 2017, 19.00 Uhr
Martinikirche, Melle-Buer

 

Sonntag, 12. März 2017, 17.00 Uhr
Aula der Hochschule Osnabrück, Osnabrück

Programm

Johan de Meij
Sinfonie Nr. 4 »Sinfonie der Lieder«

 

1. Ein Jahr ist nun geschwunden
2. Wenn zur Thür herein
3. Wiedersehn
4. Zwei Brüder
5. Vorfrühling
6. Liedchen des Harlekin

 

Gustav Mahler, arr. Jens Schröer
Ich bin der Welt abhanden gekommen
aus »Rückert Lieder« (Nr. 4)

 

Pause

 

David Maslanka
Sinfonie Nr. 4

Ausführende

Erika Simons, Sopran
Knabenchor und Mädchenkantorei am Osnabrücker Dom
Julia Arling und Clemens Breitschaft, Einstudierung
Bläserphilharmonie Osnabrück
Jens Schröer, Leitung

Sponsoren

Stiftung der Sparkasse Osnabrück
Stadt Osnabrück
Jeanne d´Art – Eine Kulturstiftung für Jeannette

Kooperationen

Domsingschule am Osnabrücker Dom
Martinimusik, Melle-Buer

„… sende ich freudig dir dieses Lied…“

Erzählkonzert zur Komponistenfreundschaft zwischen Gustav Holst und Ralph Vaughan Williams

 

Sie verband eine außergewöhnlich vertrauensvolle Beziehung, die geprägt war von gegenseitiger Bewunderung und Wertschätzung, die ihnen die Freiheit gab, die Musik des anderen mit verblüffender Direktheit zu kritisieren und die soweit reichte, dass der eine vom anderen scherzhaft behauptete, abzukupfern und des anderen Musik zu schreiben. Die Freundschaft zwischen Gustav Holst (1874-1934) und Ralph Vaughan Williams (1872-1958) begann 1895 während des Studiums am Royal College of Music in London und dauerte bis zum frühen Tod des einen, Holst, im Jahre 1934 an.

 

Die Bläserphilharmonie Osnabrück stellt jene Komponistenfreundschaft mit Auszügen aus Briefwechseln und Tagebucheinträgen (mit Echo-Preisträger Helmut Thiele als Sprecher) ins Zentrum ihres Orchesterkonzertes. Dazu erklingen die Bläserkompositionen beider Komponisten wie z.B. Holsts berühmter First und Second Folk Song Suite, ebenso dessen bahnbrechendes, aber selten zu hörendes Hammersmith oder auch Vaughan Williams kontrapunktische Toccata Marziale.

 

 

Konzerttermine- und -orte

Sonntag 23. Oktober 2016, 17.00 Uhr
Forum Melle, Melle

Programm

(nicht in Konzertreihenfolge, z.T. auch nur Auszüge)

 

Ralph Vaughan Williams,
English Folk Song Suite

 

Gustav Holst
First Suite in Es, op. 28, Nr. 1

 

Gustav Holst
Second Suite in F, op. 28, Nr. 2

 

Ralph Vaughan Williams
Toccata Marziale

 

Johann Sebastian Bach, arr. Gustav Holst, ed. Jon C. Mitchell
Fugue a la Gique

 

Gustav Holst
»Hammersmith«, op. 52
Prelude: Poco adagio – Scherzo: Poco vivace

 

Gustav Holst, arr. Gustav Holst/Dennis Wright
A Moorside Suite
2. Nocturne

 

Gustav Holst, arr. Ralph Vaughan Williams, ed. Robert Grechesky
»I vow to thee, my country«

Ausführende

Helmut Thiele, Sprecher
Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.
Jens Schröer, Leitung

Sponsoren

Sparkasse Melle
Kulturamt der Stadt Melle

Kooperationen

Thiele-Neumann Theater
Kulturamt der Stadt Melle

Requiem für den Frieden

Selbst in Zeiten tiefster Dunkelheit bleibt die Zuversicht, der unüberbietbaren Liebe und wohltuenden Geborgenheit Gottes gewiss zu sein.  Von diesem Gedanken getragen widmet Frigyes Hidas sein Requiem „im Gedenken allen Opfern vergangener Kriege“ und formuliert damit eine Botschaft, die vielleicht aktueller  denn je erscheint: die Hoffnung auf das Ende aller Feindseligkeit und andauernden Konflikte. Diesem Mahnmal für Toleranz und Frieden widmet sich die Bläserphilharmonie Osnabrück in einem großen Chor-Orchesterkonzert. Sie führt damit die begonnene Kooperation und Freundschaft mit der Vocalvielharmonie Osnabrück und dem Haarlems Gemengd Koor fort, die vor zwei Jahren zum Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Osnabrück und dem niederländischen Haarlem mit der Aufführung der Friedensmesse von Karl Jenkins ihren Anfang nahm. Neben dem Requiem, das sich musikalisch in der Tradition der großen romantischen Requien Faurés, Berlioz und Verdis sieht, stehen weitere geistliche Werke auf dem Programm, die die optimistische, ausdrucksstarke und facettenreiche Musik Hidas sinnvoll umrahmen. Den theologischen Grundgedanken vorwegnehmend leiten Alfred Reeds fulminante Variationen „Praise Jerusalem!“ über einen armenischen Osterhymnus in das Konzert ein. Ganz dieser Linie folgend schließt die Uraufführung der Auftragskomposition durch Stephen Melillo an das Requiem an: Er ließ sich mit „In the darkest darkness…“  von den Worten Dietrich Bonhoeffers („Von guten Mächten…“) zu einem zutiefst  ergreifenden Werk für Chor und sinfonisches Blasorchester inspirieren.

Konzerttermine- und -orte

Sonntag 17. April 2016, 16.30 Uhr
St. Katharinen, Osnabrück

Programm

Alfred Reed (1921-2005)
„Praise Jerusalem!“

 

Frigyes Hidas (1928-2007)
„Requiem“
Im Gedenken der Opfer aller Kriege in der Geschichte der Menschheit

 

1. Requiem aeternam
2. Dies irae
3. Domine Jesu Christe
4. Sanctus
5. Agnus Dei
6. Lux aeterna
7. Libera me

 

Stephen Melillo (*1957)
„In the darkest darkness…“ [UA]

Ausführende

Sigrid Heidemann, Sopran
Katrin Janssen-Oolo, Alt
Max Ciolek, Tenor
Christian Meyer-Perkhoff, Bass

 

Vocalvielharmonie Osnabrück, Holger Dolkemeyer
Haarlems Gemengd Koor, Ardaan Dercksen

 

Bläserphilharmonie Osnabrück
Jens Schröer, Gesamtleitung

Sponsoren

Stiftung der Sparkasse Osnabrück
Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück
Städtepartnerschaftsbüro der Stadt Osnabrück

Kooperationen

Vocalvielharmonie Osnabrück
Haarlems Gemengd Koor, NL
Stadt Osnabrück
Stadt Haarlem, NL

Unsterbliche Stunden (2015)

Märchenhafte Poesie, weite Landschaften, mitreißende Abenteuer… unsterbliche Stunden, die große Filmmusikkomponisten meisterhaft musikalisch in Szene gesetzt haben. Lassen Sie die Bilder vor Ihren Augen durch die Musik wieder lebendig werden.

 

Unter der Leitung von Jens Schröer widmet sich die Bläserphilharmonie Osnabrück in einem abendfüllenden Programm jenen Scores, die es auf ihre eigene Art und Weise geschafft haben, Filme zu wahrhaften Meisterwerken zu machen und sie mitunter zu überdauern. So ist Elmer Bernsteins zartes Thema der Solo-Flöte in Wer die Nachtigall stört weitaus bekannter als der Film selbst. Und was wäre der Weiße Hai ohne die abgrundtief böse und Angst und Schrecken hervorrufende Musik eines John Williams? Undenkbar scheint auch das tragisch wie komische Finale aus dem Film E.T. vor der Kulisse des aufgehenden Vollmondes ohne seine herzzerreißende Melodie. Was sonst nur Beethoven konnte – eine Handvoll Töne zu einem für alle Zeiten wiedererkennbaren Motiv zu gestalten – Ennio Morricone hat es mit Zwei glorreiche Halunken geschafft!

 

Freuen Sie sich auf unterhaltsame wie spannende UNSTERBLICHE STUNDEN der Filmmusik, die die Bilder jener großen Filme
(wieder) zum Laufen bringen werden.

Konzerttermine- und -orte

Sonntag 28. Juni 2015, 17.00 Uhr
Aula der freien Waldorfschule Evinghausen

 

Samstag 11. Juli 2015, 20.00 Uhr
Schloss Gesmold (Open Air)

 

Samstag 05. September 2015, 21.00 Uhr
Kulturnacht Osnabrück (Open Air), Innenhof Gymnasium Carolinum

 

Sonntag 06. September 2015, 17.00 Uhr
Aula der Hochschule Osnabrück

Programm

Alfred Newman (1901-1970), arr. Jens Schröer
„20th Century Fox Fanfare“

 

Erich Wolfgang Korngold (1897-1957), arr. Jens Schröer
Ouvertüre aus „Captain Blood“ („Unter Piratenflagge“, 1935)

 

John Williams (*1932), arr. Jay Bocook
„Out to Sea“ und „The Shark Cage-Fugue“ aus „Der Weiße Hai“ (1975)

 

Elmer Bernstein (1922-2004), arr. Jens Schröer
Suite aus „To Kill A Mockingbird“ („Wer die Nachtigall stört“, 1962)

 

John Williams (*1932), arr. Jens Schröer
Thema aus „Seven Years in Tibet“ („Sieben Jahre in Tibet“, 1997)
Yuri Kim, Violoncello

 

Ennio Morricone (*1928), arr. Lorenzo Bocci
„The Ecstasy of Gold“ aus „The Good, the Bad and the Ugly“ („Zwei glorreiche Halunken“, 1966)
Yuri Kim, Violoncello

 

Pause

 

Jerry Goldsmith (1929-2004), arr. Jens Schröer
Universal Studios Fanfare

 

Patrick Doyle (*1953), arr. Jens Schröer
Ouvertüre aus „Much ado about nothing“ („Viel Lärm um nichts“, 1993)

 

John Williams(*1932), transc. Paul Lavender
„Adventures On Earth“ aus „E.T. – Der Außerirdische“ (1982)

 

John Barry (1933-2011), arr. Johan de Meij
Thema aus „Out of Africa“ („Jenseits von Afrika“, 1985)

 

James Horner (*1953), arr. Jens Schröer
Thema aus „Willow“ (1988)

 

Michael Kamen (1948-2003), arr. Paul Lavender
Suite aus „Robin Hood-Prince of Thieves“ („Robin Hood, König der Diebe“, 1991)

 

Zugaben:

Patrick Doyle, arr. Peter King
„Non Nobis Domine“ aus „Henry V.“ (1989)

 

Patrick Doyle, arr. Jens Schröer
End Credits aus „Eragon“ (2006)

 

Die Bläserphilharmonie Osnabrück dankt allen Lizenzgebern für die freundliche Genehmigung der Bearbeitungsrechte für dieses Projekt.

Ausführende

Yuri Kim, Violoncello
Bläserphilharmonie Osnabrück

Sponsoren

Sparkasse Osnabrück
Jeanne d´Art – eine Kulturstiftung für Jeannette

Kooperationen

Schloss Gesmold / Freiherr und Freifrau Hans-Adam und Henriette von Hammerstein
Kulturamt der Stadt Melle
Stadt Osnabrück
Europäische Filmphilharmonie
Gymnasium Carolinum
Fokus e.V.

Eine abendliche Schwejkiade

Jaroslav Hašek satirischer Roman „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ um die Erlebnisse des böhmischen Hundehändlers Josef Schwejk im Ersten Weltkrieg gehört zu den unvergänglichen und zugleich amüsantesten Werken der Weltliteratur. Alles nimmt irgendwo in einer Prager Hinterhofgaststube mit einem blöden Kommentar Schwejks zum Tode des Kronprinzen Franz Ferdinand seinen Lauf und bringt den tollpatschigen Protagonisten über Umwege direkt an die Front, die er aber mit dem Glück des vermeintlich Einfältigen in letzter Sekunde vor dem Standgericht übersteht… Mit viel Witz und Phantasie erzählt Helmut Thiele einige schelmische Abenteuer, die zum Sinnbild des Widerstandes gegen jegliche Obrigkeit wurden. Man lacht über die Naivität des Protagonisten, über seine Einfältigkeit und seine absurde Sprachkomik. Aber so blöde ist der Schwejk nicht, auch wenn es ihm amtsärztlich attestiert wurde. Er hat vielmehr etwas Anarchistisches, Subversives an sich… und er ist es, der die Komik der Kriegshetze jener Zeit demaskiert. Hinzu kommen Auszüge aus der Schwejk-Oper Robert Kurkas für kleines Bläserensemble, die bisweilen den Tonfall Schwejks imitieren und mit vordergründiger Einfalt und grotesker Schlichtheit den abenteuerlichen Schwejkiaden unmittelbare Gestalt verleihen.

Konzerttermine und -orte

Fr, 24. Oktober 2014, 20.00 Uhr,
Lagerhalle, Café Spitzboden

Programm

Robert Kurka
»The Good Soldier Schweik Suite«, op. 22

Ausführende

Helmut Thiele, Sprecher
Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.
Jens Schröer, Leitung

Zusammenarbeit

Thiele-Neumann-Theater
Lagerhalle e.V. Osnabrück
Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück

Pressestimmen

„Szenische Lesung mit Livemusik lässt k. u. k. Monarchie kurzzeitig aufleben“
Neue Osnabrücker Zeitung, 27.10.2014

 

[…] Unter dem Titel „Also nach’ m Krieg um 6 Uhr Abend . . .“ wurde [eine szenische Lesung mit Livemusik] am Freitag als ein Beitrag der Veranstaltungsreihe „100 Jahre Erster Weltkrieg“ im Spitzboden der Lagerhalle aufgeführt. […] Im Internet war Schröer auf Noten des US-Komponisten Robert Kurka gestoßen. Der hatte aus Jaroslav Hašeks in den 1920ern entstandenem Romanfragment „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ seine 1958 uraufgeführte Oper kreiert. Diese musikalisch-literarische Verbindung inspirierte Schröer und Thiele. Im Wechsel von Stücken aus Kurkas Opernsuite-Fassung und Thieles Vortrag einzelner Episoden wurde die untergegangene Welt der österreichisch-ungarischen k. u.k.Monarchie für zwei Stunden wiederbelebt. Überzeichnete Marschrhythmen, fröhliche Polkaklänge, vermischt mit schrägen Tönen, die an die Musik Kurt Weills erinnerten, gaben der Geschichte um den Prager Hundehändler Josef Schwejk in den Wirren des Ersten Weltkriegs den passenden Anklang. Mit seiner Mischung aus Naivität und Gewitztheit treibt der nämlich nicht nur Oberleutnant Lukasch in den Wahnsinn, sondern stillt auch die allzu weltliche Gier von Feldkurat Otto Katz nach Nussbranntwein oder betätigt die Notbremse auf der Eisenbahnfahrt ins südböhmische Budweis. Stimmlich schöpfte Thiele aus dem Vollen, verpasste dem braven Soldaten Schwejk den typischen böhmischen Zungenschlag, ließ Wirt Palivec über Kaiser und Erzherzog poltern. Dass sich Schwejk vor Kriegswirren und Standgericht retten kann, verdankt er nicht zuletzt seiner vordergründigen Einfalt. Wie es der Soldat aus dem Mund Thieles ausdrückte: „Melde gehorsamst: Ich denk überhaupt nicht.“

The Armed Man

Das Werk „The Armed Man: A Mass for Peace“ des walisischen Komponisten Karl Jenkins (*1944) wurde anlässlich der Jahrtausendwende unter dem Eindruck fortwährender Kriege und Krisen in der Welt komponiert. Ursprünglich im Gedenken für die Opfer des Kosovo-Konflikts geschrieben, transportiert Jenkins Messvertonung eine universale Botschaft des Friedens. Zudem ist sie auch ein Zeichen des Friedens der Kulturen, näherhin der (abrahamitischen) Religionen, denn in ihr verbinden sich Juden, Christen und Muslime zum Gebet um Frieden. So beinhaltet Jenkins Werk religiöse und weltliche Texte (u.a. Tennyson, Kipling, aus dem Koran und des altindischen Mahàbharàta), die als Kontrapunkte zwischen die Teile der großen christlichen Messe gesetzt sind. Ein großartiges Werk, das den Zuhörer im Innersten aufwühlt: mal durch zur Schlacht rufende Fanfaren, mal durch engelsgleiche Chöre, die den Frieden scheinbar vom Himmel verkünden… hoffnungsvoll endend mit der bitter bezahlten Erkenntnis: „better is peace“. Die Bläserphilharmonie Osnabrück präsentiert das Werk gemeinsam mit der Vocalvielharmonie Osnabrück zum ersten Mal in Osnabrück in der Fassung für sinfonisches Blasorchester von Martin Ellerby.

Konzerttermine und -orte

So, 25. Mai 2014, 16.00 Uhr
St. Petri Kirche, Münster

 

So, 01. Juni 2014, 16.00 Uhr
Basilika Sint Plechelmusplein, Oldenzaal (NL)

 

Sa, 27. September 2014, 14.00 Uhr
St. Johann, Osnabrück

 

So, 05. Oktober 2014, 15.00 Uhr
Philharmonie Haarlem, Haarlem

Programm

Ron Nelson
„Resonances I“

 

Karl Jenkins, trancs. Martin Ellerby
„The Armed Man – A Mass for peace“

 

Eric Whitacre
„Sleep“

Sponsoren

Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück

Sparkasse Osnabrück

Jeanne d´Art – eine Kulturstiftung für Jeannette

Kooperationen

Stadt Osnabrück

Haarlems Gemengd Koor

Vocalvielharmonie Osnabrück

Pressestimmen

„Klänge gipfeln im Donnerhall“
Neue Osnabrücker Zeitung, 27.05.2014

 

Ein Summen, das wie aus dem Nichts kommt und durch die Kirche schwebt. Eine Trompete tönt durch die offene Tür herein. Die Vokalisten und Blechbläsern gehen zwischen den Bänken hindurch und wirken wie ein inszenierter Tumult in Zeitlupe. Am Ende hat sich alles am Altarraum formiert und die Klänge kumulieren in einem gewaltigen Donnerhall. Es sollte wahrlich nicht das einzige Fortissimo bleiben. Die „Resonances I“ von Ron Nelson passten grandios als Einleitung. Hauptwerk des Konzerts aber war „The Armed Man – A Mass for Peace“ von Karl Jenkins. Eine Messe, die den Frieden beschwört, aber oft martialisch daherkommt. Kein Wunder, hat Jenkins sie doch zur 1000-Jahr-Feier der britischen Streitkräfte komponiert, im Jahr 2003. Gleichwohl ist das Werk den Opfern des Kosovo-Krieges gewidmet. […] Ein geistliches Konzert, das die Petrikirche mit Pauken und Trompeten und voller Chorgewalt erbeben ließ. […] Dann vertont Jenkins den traditionellen Messtext, teils durchbrochen von Texten eines Rudyard Kipling oder Jonathan Swift. Da klingen Männerchöre halb mönchisch, halb soldatisch. Da ist das „Sanctus“ ein Marsch, der irgendwo zwischen Mahler und John Williams steht. Da beschwört der Mezzosopran (kraftvoll: Katrin Janssen-Oolo) die Asche von Hiroshima. Die Interpreten musizieren all das mit voller Power in der Petrikirche […].

Little Red Riding Hood

Im Rahmen des Landesmusikfestes NRW 2014 öffneten sich für etwa 600 Schülerinnern und Schüler der umliegenden Grundschulen die großen Portale der Soester Stadthalle: Die Bläserphilharmonie Osnabrück lud zur musikalischen Märchenstunde ein und bot gemeinsam mit dem Echo-Preisträger Helmut Thiele in einer spannenden und handlungsorientierten Adaption das Märchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“ dar. Grundlage war die Komposition „Little Red Riding Hood“ op. 73c für sinfonisches Blasorchester des englischen Komponisten Paul Patterson, welche in Deutschland am 2. Mai in seiner Bearbeitung für Blasorchester (durch Paul Pellay) seine deutsche Uraufführung erfuhr.

 

Das vertonte Märchen hat jedoch nicht den originalen Text aus den „Kinder und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm zur Grundlage, sondern Patterson nutzte die in weiten Teilen satirische und ironische Textversion von Roald Dahl (1916-1990) aus seinen „Revolting Rhymes“. Dahl, der uns heute vor allem durch seine spannenden und phantasievollen Kinderbücher wie „Danny oder Die Fasanjagd“ oder auch „Charlie und die Schokoladenfabrik“ bekannt ist, gilt eigentlich als Meister der makaberen und scharf pointierten Erzählungen. So trifft man in seiner gereimten Märchenfassung von „Little Red Riding Hood“ eben nicht auf ein naives junges Rotkäppchen, sondern auf ein kluges, vorausahnendes… und einen ziemlich dämlichen Wolf.

Konzerttermine und -orte

Fr, 2. Mai 2014, 10.00 / 11.30 Uhr
Stadthalle Soest

Programm

Paul Patterson, arr. Paul Pellay
„Little Red Riding Hood“ op. 73C (DE)

Ausführende

Helmut Thiele, Sprecher
Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.
Jens Schröer, Leitung

Zusammenarbeit

Helmut Thiele (duo pianoworte)

Volksmusikerbund NRW e.V.

Pressestimmen

„Sie waren gebannt von der Musik“
VMB NRW, 03.05.2014

 

Der Volksmusikerbund NRW, so Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, in ihrem Grußwort zum Landesmusikfest in Soest, widerlege die „pessimistische Sichtweise“, Musik sei bei Jugendlichen zum bloßen „Hintergrundgeräusch“ geworden. Kindern und Jugendlichen einen Zugang zum aktiven Musizieren zu ermöglichen, ist eine der wichtigen Aufgaben des größten Instrumentalmusikverbandes in NRW. Wie das geschehen kann, wird auf dem Landesmusikfest deutlich: Mit der „Rackermeile“ der Landesmusikjugend im „Alten Schlachthof“ und dem Erzählmärchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“. [..] Um die gleiche Zielgruppe ging es am Freitagmorgen in der Stadthalle Soest. Vor 600 Kindern präsentierte das Bläserorchester Osnabrück das Erzählmärchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“. Es beruht auf einer Interpretation des Märchenklassikers vom englischen Schriftsteller Roald Dahl. Die Kinder im Alter zwischen 4 und 11 Jahren erlebten häufig zum ersten Mal ein großes Orchester live. „Sie waren gebannt von der Musik“, so beschrieben Erzieherinnen und Lehrerinnen die Reaktion der Kinder. Viele Kindergärten und Schulen hatten den Brückentag nach dem 1. Mai zu einem Besuch des Konzerts in der Stadthalle Soest genutzt. Die Kinder seien schon „seit Tagen aufgeregt“ gewesen, so Marion Hafner, Lehrerin an der Petri-Schule in Soest, über deren Erwartungen im Vorfeld des Konzerts. Es ist eben immer noch etwas besonderes, ein Orchester zu erleben anstatt Musik nur passiv zu hören. Dazu gehörte der Ansatz der Bläserphilharmonie, die Kinder aktiv in das Konzertprogramm einzubinden. Sie waren tatsächlich für die Hintergrundgeräusche in dem Erzählmärchen verantwortlich, von denen Frau Kraft in ihrem Grußwort sprach: Für das Gewitter oder den prasselnden Regen.

 

 

„Kulturförderung, die man hören kann.“
Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen; VMB NRW, 22.04.2014

 

Vom 30. April bis zum 4. Mai wird in Soest das Landesmusikfest 2014 stattfinden. Die Schirmherrschaft hat dankenswerterweise die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, übernommen. Der Präsident des Volksmusikerbundes NRW (VMB NRW), Staatssekretär a.d. Jochen Westermann aus Arnsberg, sieht darin einen Ausdruck für die große Wertschätzung, die der Verband in dem größten deutschen Bundesland genießt. Er weist in seiner Stellungnahme auf das Grußwort der Ministerpräsidentin zum bevorstehenden Landesmusikfest hin. Frau Kraft betone, wie sich „die Vereine des Volksmusikerbunds“ die Nachwuchsförderung „auf ihre Fahnen geschrieben“ hätten. Jedes Jahr machten dort viele Kinder und Jugendliche „ihre ersten musikalischen Gehversuche“, so die Schirmherrin des Landesmusikfestes. Sie betont zudem, wie wichtig es der Landesregierung sei, die Vereine „dabei zu unterstützen und auf ihrem weiteren Weg zu begleiten“. Es sei „eins der wichtigsten Ziele der Landeskulturförderung. Beim Landesmusikfest in Soest ist zu erleben, wie aus den Anfängern von einst begeisterte und begeisternde Musiker geworden sind: Kulturförderung, die man hören kann.“Das Landesmusikfest, so Westermann, werde mit seinem Programm in den kommenden fünf Tagen diesem Anspruch mehr als gerecht werden. […] Die Nachwuchsförderung und die musikalische Früherziehung werden in Soest besonders zum Ausdruck kommen, so Westermann. Unter anderem werde die Bläserphilharmonie Osnabrück am 2. Mai in der Stadthalle Soest das Erzählmärchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“ aufführen. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche, um auf spielerische Art und Weise einen Einstieg in die Welt des anspruchsvollen Musizierens zu ermöglichen. Es ist nur ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten, die das Landesmusikfest seinen Besuchern bietet.

La Boheme

Diese Liebesgeschichte endet wie so oft in der Oper: tragisch. Doch sind nicht schicksalsschwere Verkettungen, Götterfluch oder Intrigen dafür der Grund. Es ist das ganz gewöhnliche Leben, das Mimì und den Dichter Rodolfo für eine kurze leidenschaftliche Liebe zusammenführt und das diese Verbindung an Mimis Tuberkulose, Rodolfos Eifersucht und der materiellen Not beider scheitern lässt. Rodolfo und seine Künstlerfreunde, der Maler Marcello, der Musiker Schaunard und der Philosoph Colline meistern trickreich ihr (Über-)Leben ohne Aussicht auf professionellen Durchbruch. Eine dauerhafte Liebesbeziehung findet darin keinen Platz, allenfalls, wie bei Marcello und seiner Geliebten Musetta, ein ständiger Kampf zwischen Hingabe und Entzweiung. Doch selbst dieser wird Rodolfo und Mimì versagt, da Mimis Leben vor der Zeit endet. Keinen Ausschnitt des adeligen oder großbürgerlichen Lebens, sondern die ganz alltägliche Härte des prekären Daseins inmitten der schillernden Weltstadt Paris wollten Puccini und seine Librettisten Giacosa und Illica mit La Bohème darstellen. Henri Murgers populäre Kunstlerszenen, 1845 als Zeitungsroman in mehreren Fortsetzungen erschienen, bot dafür die geeignete literarische Grundlage. Mit naturalistischen Illustrationen und großen melodramatischen Szenen fand Puccini zu einer zur Zeit der Uraufführung 1896 hochmodernen kompositorischen Erzählweise und schuf ein Werk, das bis heute das Opernpublikum auf der ganzen Welt für sich einnimmt. Zum ersten Mal am Theater Osnabrück inszeniert der junge niederländische Regisseur Floris Visser.

 

Die Bläserphilharmonie Osnabrück wirkt als italienische Banda in ihrer Funktion als Bühnenmusik in dieser Produktion des Theaters Osnabrück mit.

Fotos: Jörg Landsberg

Konzerttermine und -orte

Spielzeit 2013/2014
Theater Osnabrück

Programm

Giacomo Puccini
»La Boheme«

Ausführende

Musikalische Leitung: Andreas Hotz
Inszenierung: Floris Visser
Bühne/Kostüme: Dieuweke van Reij
Lichtdesign: Alex Brok
Choreinstudierung: Markus Lafleur
Dramaturgie: Ulrike Schumann

Chor, Extra- und Kinderchor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester
Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.

Zusammenarbeit

Theater Osnabrück

Pressestimmen

„Wenn Tod und Armut auf dem Speisezettel stehen“
Online Musik Magazin, 30.09.2013

 

Chor-, Extra- und Kinderchor, der Banda, den spielfreudigen Gesangssolisten, dem spannungsreich und detailliert in Tempo und Dynamik gestaltenden Osnabrücker Sinfonieorchester gelingt unter der einfühlsamen, den Schmelz der Musik auskostenden Leitung von Andreas Hotz’ ein packender, anrührender Opernabend. Allen voran Lina Lius anrührende Charakterisierungskunst. Ihr vollmundiger, warm grundierter Sopran weiß mal schlank, mal in leichtem Vibrato zu schillern und zugleich mit leisen, silbrig zerbrechlichen Tönen die Krankheit und Todesnähe Mimìs zu verkörpern. Susann Vent stellt mit spritzigen, glockenreinen Koloraturen die ebenso verführerische, kapriziöse Musetta dar. Gastsänger JunHo You gibt einen allzu jugendlich kraftvollen, leicht metallisch gefärbten Dichter Rodolfo. Daniel Moon ist ein stimmlich flexibel charakterisierender Maler Marcello, Jan Friedrich Eggers ein geradezu buffonesk selbstverliebter Musiker Schaunard. Shadi Torbeys tiefgründiger Bass verkörpert den philosophierenden Colline. […] Die Inszenierung überzeugt durch ausgesprochen stimmige, auf einander abgestimmte Interpretation, Spielfreude, gesangliche Präsenz und anrührende musikalische Gestaltung.

Legende

Mit der »Dritten Sinfonie« des Amerikaners Alfred Reed widmet sich die Bläserphilharmonie Osnabrück einem monumentalen Opus, das in vielerlei Hinsicht die Grenzen der Bläserliteratur ausreizt, gleichwohl aber in direkter Anspielung an und im sinfonischen Ton auf Richard Wagner rekuriert: Kurz vor seinem Tod schenkte selbiger seiner Frau Cosima Wagner von Bülow eine letzte Komposition, die lange Zeit als »Porazzi-Thema« bekannt war und eine merk- und erzählwürdige Geschichte hat. Reed gestaltete nun jenes Thema als »Kern« im zweiten Satz seiner Sinfonie. Im Konzertprogramm folgt auf das ausgearbeitete Wagner-Fragment mit der Romanze »O du mein holder Abendstern« des Wolfram (Daniel Moon) aus seiner Oper »Tannhäuser« ein »echter« Wagner, der die Sinfonie aufbricht und gewissermaßen als biografischer Kommentar »gelesen« wird.

 

»Geschichten wurden zur Legende, Legenden wurden zum Mythos…« Mit »Der Herr der Ringe« steht zudem eine weitere, jedoch programmatische Sinfonie von Johan de Meij auf dem Programm, die inhaltlich auf J.R.R. Tolkiens gleichnamige Trilogie Bezug nimmt, aber unbedingt ihre Eigenständigkeit bewahrt – vor allem hinsichtlich der weitaus bekannteren Filmmusik von Howard Shore… und dass nicht nur, weil sie viel früher entstand. Ein Meilenstein sinfonischer Blasorchesterliteratur!

Konzerttermine und -orte

Fr, 6. Dezember 2013, 20:00 Uhr,
Aula der Waldorfschule Evinghausen

 

So, 8. Dezember 2013, 17:00 Uhr,
Aula der Hochschule Osnabrück

Programm

Alfred Reed
»Sinfonie Nr. 3«
1. Pesante e molto sostenuto. Allegro agitado
2. Variationen über das »Porazzi«-Thema von Richard Wagner

 

Richard Wagner, transc. Jos van de Braak
»O du mein holder Abendstern«, Romanze des Wolfram aus der Oper »Tannhäuser«
Daniel Moon, Bariton

 

3. Allegro deciso

 

PAUSE

 

Johan de Meij
Sinfonie Nr. 1 »The Lord of the Rings« (»Der Herr der Ringe«)
1. Gandalf, der Zauberer
2. Lothlórien, der Elfenwald
3. Gollum – Sméagol
4. Wanderung im Dunkeln: Die Minen von Moria / Die Brücke von Khazad-Dûm

Sponsoren

Sparkasse Osnabrück

Pressestimmen

„Bläserphilharmonie begeistert in Evinghausen“
Bramscher Nachrichten, 08.12.2013

 

Am vergangen Freitagabend standen zwei monumentale Sinfonien auf dem Programm. Mit der Sinfonie Nr. 3 des 2005 verstorbenen amerikanischen Komponisten Alfred Reed signalisierte Dirigent Jens Schröer, dass er seinem Ensemble auch höchste Ansprüche zutraut. Und zu Recht. Die drei ausladenden Sätze berauschen mit deklamatorischen Blecheinsätzen, epischen Holzbläserfarben, dichtem Klanggetümmel, imposanten Hornfanfaren und einem filmmusikalisch-amerikanischen Drive. Das um sechs Schlagzeuger und Kontrabass sowie Harfe und Klavier erweiterte Ensemble folgt ebenso präzise und leidenschaftlich dem Dirigat von Schröer. Die sechzig Musiker folgen im Pesante und Allegro Agitato des ersten Satzes jeder Ausdrucksnuance, jedem abrupten Wechsel, jedem Rubato und jedem Innehalten sehr homogen. Im zweiten Satz breiten die Musiker das sogenannte „Porazzi“-Thema Richrad Wagners elegisch aus und führen es durch klangschön chromatische und sich träumend verströmende Variationen. Auch die Doppelfuge des Schlusssatzes gelingt den Musikern mit treibender Verve und kontrapunktischer Transparenz. Auch im zweiten großen Werk des Abends, der Sinfonie „Herr der Ringe“ des 1953 geborenen Holländers Johan de Meij, kommt es dem Orchester zugute, dass es mittlerweile auf eine Reihe hochverlässlicher Solisten zurückgreifen kann, die ihre anspruchsvollen Parts souverän und intensiv gestalten; in diesem Konzert waren es vor allem Katrin Jansen an der Oboe und dem Englisch Horn, Alan Ware und Jan Andreas Kaufhold an der Klarinette und Simon Woltmann am Saxophon. Johan de Meijs musikalisches Herr-der-Ringe-Epos, ein bilderreiches programmatisches Werk, bezieht sich sehr genau und teilweise konkret illustrativ auf die Romantrilogie von J.R.R. Tolkien. Hier werden mit allem, was an orchestralen Möglichkeiten zu Gebote steht, Klanglandschaften gemalt, erhabene und heitere Stimmungen ausgegossen, Klagegesänge angestimmt, festliche Tänze gefeiert sowie schauerliche und liebenswerte Gestalten charakterisiert. Der Bläserphilharmonie Osnabrück gelingt eine stringente Interpretation mit imaginativer Kraft und vielen sowohl überraschenden als auch märchenhaften Momenten, die die Welt der Hobbits und Mittelerde mit vielen fast schon experimentellen Klängen lebendig machen. Großes musikalisches Kopfkino! Schade nur, dass bei diesem Konzert auf eine kurze einführende Moderation verzichtet wurde, in der zum Beispiel das Zauberer-Thema Gandalfs, die humorvolle Gemütlichkeits- und Schunkel-Pose der Hobbits, die grobe Ungelenkheit Gollums oder der dräuende Marschrhythmus der Wanderung in den Minen von Moria hätte vorgestellt werden können. Für weniger gute Kenner der Romanvorlage sicher eine sinnvolle Hörhilfe. Nach langem und begeistertem Applaus wurde das Publikum mit einem herrlichen Arrangement von „Elsas Prozession“ aus dem zweiten Aufzug von Richard Wagners Oper „Lohengrin“ verabschiedet. Bramsche und Umgebung und alle Freunde der Blasmusik dürfen sich freuen, dass mit diesem dritten Konzert eine kleine Tradition begonnen hat, die, so Dirigent Jens Schröer in seinen verabschiedenden Gruß- und Dankesworten, auch fortgeführt werden soll.

A la française

Musik auf französische Art: Grandeur, Klarheit, Klangsinnlichkeit, die Noblesse und Eleganz der Diktion – dies sind von jeher Charakteristika französischer Musik. Ganz im Zeichen der französischen Romantik und Moderne steht das Orchesterkonzert der Bläserphilharmonie Osnabrück am Sonntag, 23. Juni in der Aula der Hochschule Osnabrück. Neben Meisterwerken für Bläser von Saint-Saens, Milhaud und Debussy stehen zugleich ungewöhnlicher Weise die Tuba und das Euphonium im Zentrum des durch und durch französischen Programms: In Kooperation mit dem „Deutschen Tuba-Forum e.V.“ kommt u.a. Maxime Aulios Solokonzert „Les Trois Mousquetaires“ („Die drei Musketiere“) für Tuba-Quartett und Blasorchester zur Aufführung. Protagonisten dieses selten zu hörenden Werkes sind Hans-Reiner Schmidt (Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks, hr-Brass), Jörg Wachsmuth (Dresdner Philharmonie, Melton Tuba-Quartett), Wolfram Krumme (Vorsitzender des Deutschen Tubaforums) und Matthew Segger (Osnabrücker Sinfoniker).

 

 

Im Rahmen des Konzertes veranstaltet das „Deutsche Tubaforum“ zudem am Vortag einen deutschlandweit ausgeschriebenen Meisterkurs/Workshop für Tuba und Euphonium. Flankiert wird das Solokonzert u.a. von Martin Ellerbys „Paris Sketches“, das aus der sakralen Atmosphäre der gotischen Pariser Kathedralen hinausführt auf die Rummelplätze um den Montmartre, zu den paradiesisch grünen Alleen des „Père Lachaise“ und zu den großen Pariser Markthallen. Zum anderen erklingen grandiose Klassiker französischer Couleur: Camille Saint-Saëns Konzertmarsch „Orient et Occident“, der die Vorliebe für Exotisches und Orientalisches der Jahrhundertwende nachzeichnet, sowie Darius Milhauds musikalische Hommage „Suite Francaise“ mit seinem Farbreichtum von baskischer Folklore bis hin zu polytonalem Großstadtgetümmel – Bläsermusik „à la française“!

Konzerttermine und –orte

Sa, 8. Juni 2013,
Kurgarten Schledehausen
im Rahmen des Musikfestes „feurig“

 

So, 23. Juni 2013,
Aula der Hochschule Osnabrück

Programm

Maxime Aulio
»Les murmures du vent« op. 5
(»Das Flüstern des Windes«)

 

Camille Saint-Saëns
»Orient et Occident« op. 25 –
»Grande Marche pour grande harmonie«

 

Maurice Ravel (1875-1937), transc. Makio Kimura
»Pavane pour une infante défunte«
(»Pavane für eine verstorbene Prinzessin«)

 

Darius Milhaud

»Suite française« op. 248
1. Normandie
2. Bretagne
3. Ile-de-France
4. Alsace-Lorraine
5. Provence

 

PAUSE

 

Claude Debussy, transc. Merlin Patterson
»La cathédrale engloutie« (»Die versunkene Kathedrale«)
aus »Préludes pour piano«, Prelude Nr. 10, Buch 1

 

Maxime Aulio
»Les Trois Mousquetaires« op. 8 (»Die drei Musketiere«)
1. D’Artagnan
2. Constance Bonacieux
3. Milady de Winter

 

Martin Ellerby
»Paris Sketches«
1. Saint-Germain-des-Prés
2. Pigalle
3. Père Lachaise
4. Les Halles

Ausführende

Hans-Reiner Schmidt, Euphonium
Jörg Wachsmuth, Euphonium
Wolfram Krumme, Tuba
Matthew Segger, Tuba
Bläserphilharmonie Osnabrück
Jens Schröer, Leitung

Sponsoren

Sparkasse Osnabrück

Solarlux Aluminium Systeme GmbH

Kooperation Deutsches Tuba-Forum e.V.

Pressestimmen

Vier Spitzenkönner am tiefen Blech
eurowinds, Ausgabe 5/13

 

[…] Das Orchester verstand es vortrefflich, jene Farben der beiden Werke („Orient et Occident“, „Les murmures du vent“) herauszuarbeiten und die je eigene Tonsprache schlüssig zum Klingen zu bringen. In den fünf Sätzen von Darius Milhauds „Suite francaise“ zeigte sich die Bläserphilharmonie stilistisch von einer weiteren Seite: Von baskischer Folklore bis hin zu polytonalem Großstadtgetümmel bietet Milhauds musikalische Hommage einen großen Farbenreichtum, bei dem vor allem die filigranen und leichtfüßig im Ausdruck gestalteten Sätze gefielen. Schröer gelang es dabei, die Themenengführungen der französischen Volkslieder und ihre Phrasierung transparent und überzeugend zu gestalten. Elegische Feinfühligkeit besaß besonders der vierte Satz „Alsace-Lorraine“, der einen heimlichen Höhepunkt bildete. Mit „La cathédrale engloutie“ stand eine von zwei Klaviertranskriptionen auf dem Programm. Ähnlich Leopold Stokowskis Fassung dieses Préludes von Claude Debussy, schuf Merlin Patterson eine freie Bearbeitung in opulentem orchestralem Gewand. Dirigent und Orchester griffen sicher und klanglich ausbalanciert den dem Werk innewohnenden noblen wie hymnischen Gestus auf und zeigten einmal mehr, dass vor allem die schlüssige musikalische Ausgestaltung und zielgerichtete Spannungsbögen Stärken des Orchesters sind. Gleichermaßen bewiesen sich die Osnabrücker Bläser aber auch im kammermusikalischen, intimen Klang von Ravels „Pavane pour une infante défunte“ mit seiner schwelgenden Hornmelodie in der feinfühligen Transkription Makio Kimuras. Neben den genannten Meisterwerken stand zugleich ungewöhnlicher Weise die Tuba und das Euphonium im Zentrum des durch und durch französischen Programms: In Kooperation mit dem „Deutschen Tuba-Forum“ kam zudem Maxim Aulios Solokonzert „Les trois Mousquetaires“ für Tuba-Quartett und Blasorchester zur Aufführung. Mit Hans-Reiner Schmidt, Jörg Wachsmuth, Wolfram Krumme und Matthew Segger waren vier renommierte Blechbläser zu Gast in Osnabrück, die bereits am Vortag einen Workshop gaben, bei dem etwa 40 Teilnehmer aus ganz Deutschland vom Können der vier Solisten profitieren konnten. Aulio richtet in seinem Tuba-Quartett den Fokus auf die Figur des „D´Artagnan“, den sensiblen, romantischen, aber vor allem auch naiven, ungestümen Charakter, der sich leicht von Frauen bezaubern lässt. „Mit stolz geschwellter Brust“ stürzten sich auch die vier Solisten sinnbildlich mit Fanfaren über das Orchester ins Abenteuer und brillierten mit vollem, sonorem Ton. Besonders der zweite romantisch anmutende Satz traf unmittelbar ins Herz. Flankiert wurde das Solokonzert von Martin Ellerbys „Paris Sketches“, das aus der sakralen Atmosphäre der gotischen Pariser Kathedralen hinausführt auf die Rummelplätze um den Montmartre, zu den paradiesisch grünen Alleen des „Père Lachaise“ und zu den großen Pariser Markthallen. Die Bläserphilharmonie überzeugte einmal mehr, ob im atmosphärisch dichten zweiten Satz oder aber auch im pulsierenden, nach vorne treibenden 12/8-Rhythmus des letzten Satzes. Mit dem zitierten Themenkopf von Hector Berlioz „Te Deum“ mündeten letztlich die „Paris Sketches“ in ein majestätisches, geradezu hymnisches Finale einer Konzert-Matinee „à la francaise“ – eben mit Bläsermusik auf französische Art.

 

 

Französische Klänge
Neue Osnabrücker Zeitung, 25.06.2013

 

Das jüngste Konzert der Bläserphilharmonie Osnabrück „à la française“ setzt keine Sprachkenntnisse voraus, aber Sympathie für französisches Musikempfinden. Wem harmonische Wendigkeit, leichtfüßige Dynamik und elegische Feinfühligkeit musikalisch zusagen, der kommt auf seine Kosten. Auffallend ist, dass diese Art zu musizieren der Bläserphilharmonie guttut. Dirigent und Ensemble präsentieren sich spritziger denn je – befreit von symbolträchtigem Pathos. Allerdings ist es nicht nachteilig, wenn man Paris ein wenig kennt. Bei Martin Ellerbys Pariser Skizzen stellen die Musiker besonders deutlich den pikanten Schwung von „Pigalle“ einer friedvollen Gangart im „Père Lachaise“ gegenüber. Darius Milhauds Suite française op. 248 versteht sich dagegen kaum als landschaftliche Schilderung Frankreichs. Es ist einfach Musik, die tief verträumte Passagen neben wirbelnde Springtänze stellt. Von Experten im Publikum mit Spannung erwartet werden die Instrumentierungen bekannter Klavierstücke. Und tatsächlich, die „Pavane pour une infante défunte“ nach Maurice Ravel erscheint in der Bläserfassung von Makio Kimura äußerst vorteilhaft. Wunderschöne Töne ergibt schließlich das Zusammenwirken der Bläserphilharmonie mit einem Bläserquartett, bestehend aus Euphonium und Tuba. Hier spielen Hans Reiner Schmidt und Jörg Wachsmut das Euphonium, Matthew Segger und Wolfram Krumme blasen ihr Bassinstrument. Gemeinsam bringt man „Les trois mosquetaires“ op. 8 von Maxime Aulio zur Aufführung. Dank der Fülle und Ruhe des Klanges sorgen die exponierten Stellen vom Tubaquartett für eine wohltuende Seelenmassage. Den größten Kontrast dazu bildet das stilistische Farbenspiel in Camille Saint-Saëns Grande Marche pour grande Harmonie op. 25, betitelt „Orient et Occident“.

Gesang auf die Engel

Das sinfonische Blasorchesterkonzert steht ganz im Zeichen von Musik, wie sie himmlischer nicht sein kann: Sie erzählt von göttlicher Sehnsucht und Hoffnung, von Trost und Enttäuschung, Zweifel, ja auch Verzweiflung und Abkehr und manchmal aber auch über das Wunder eines Neubeginns. Neben zwei deutschen Erstaufführungen von Kevin Puts und Yo Goto stehen vor allem bekanntere Werke der zeitgenössischen Bläserliteratur von Gillingham, Nelson und Whitacre auf dem Programm. Zweifelsohne bildet aber die europäische Erstaufführung von David Maslankas »O Earth, O Stars« das Zentrum jenes »Gesanges auf die Engel«. Das Doppelkonzert für Violoncello, Flöte und Bläser vereint jene in sich und nach »oben« gekehrte Suche nach dem Allumfassenden und verspricht verklärende, geradezu elysische Augenblicke – gleich einem Gesang auf die Engel.

Konzerttermine und -orte

Sa, 2. Februar 2013, 19:30 Uhr,
St. Petri, Melle

 

So, 3. Februar 2013, 17:00 Uhr,
Aula der Hochschule Osnabrück

Programm

Kevin Puts, arr. Mark Spede
»Millennium Canons« [DE]

 

David Maslanka
»O Earth, O Stars«
Music for Flute, Cello and Wind Ensemble [EE]

1. Chorale

2. »You are the Image of the Unending World«

3. Sanctus

4. »Dragons and Devils of the Heart«

5. »O Earth, O Stars«

6. Chorale

Heide Specht, Flöte
Karsten Nagel, Violoncello

 

PAUSE

 

David Gillingham
»Be thou my vision«

 

Gemba Fujita
»Lamentations of Archangel Michael«

 

Yo Goto
»Songs« for Wind Ensemble [DE]

 

Ron Nelson
»Epiphanies« (Fanfares and Chorales)

Ausführende

Bläserphilharmonie Osnabrück
Jens Schröer, Leitung

Sponsoren

Kreissparkasse Melle

Pressestimmen

„… ein faszinierendes Klangerlebnis.“
Neue Osnabrücker Zeitung, 04.02.2013

 

[…] Das Konzert in der Aula der Fachhochschule [ist] ein faszinierendes Klangerlebnis. Mit Kevin Puts „Millennium Canons“ hat man einen perfekten Aufwärmer für den riesigen Klangapparat. Nachdem dabei alle Register angesprochen worden sind, kann das Hauptwerk des Abends beginnen, ein Doppelkonzert für Flöte, Cello und Bläserensemble von David Maslanka. Wie gut passt der Titel „O Earth, O Stars“ zu den Klangbildern, welche diese Musik hervorbringt! Im ersten Satz stehen weit gespannte Phrasen der Bläser den eingestreuten Akzenten von Klavier, Harfe und Xylofon gegenüber. Man sieht förmlich einen Nachthimmel mit Sternen übersät. Der zweite Satz bescheibt den Menschen als Abbild einer kosmischen Welt. Karsten Nagels Cello steht für den klagenden Menschen, und Heide Spechts luftige Flöte vertritt die himmlische Sphäre. Der dritte Satz ist ein „Sanctus“ voller Schmelz in der anbetenden Melodik, der vierte Satz eine dramatische Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse. In den beiden letzten Sätzen werden Hymnen und Psalmtexte in der Manier wirkungsvoller Filmmusik durchkomponiert. Stets verschmilzt Karsten Nagels Streicherton gut mit den Bläsern. Heide Spechts Flöte zieht leuchtende Spuren. Weiter geht es mit einer volltönenden Programmmusik von Gemba Fujita, betitelt „Kampf des Erzengels Michael gegen den Drachen“. Kontemplative und jazzige Themen wechseln beim Stück „Songs“ von Yo Goto. Gewaltige Fanfaren bestimmen schließlich Ron Nelsons „Epiphanies“. Die wie von Rauch geschwärzten Cluster des Orchesters erinnern ebenso an Schlachtenmusik wie an sakrale Orgelwerke von Olivier Messiaen. Doch am Ende kommt die Erlösung. In strahlend reinem C-Dur klingt der Abend aus.

 

 

„Expedition in konzertantes Neuland“
Osnabrücker Sonntagszeitung, 10.02.2013

„Weit jenseits einer pausbackigen Blas-Musi war auch das neue Programm „Gesang auf die Engel“ musikalisch sorgsam einstudiert und inhaltlich tief durchdacht als gewagte Expedition in konzertantes Neuland. Geschmackvoll die Wahl rarer Werke, stilvoll der begleitende Kommentar, sicher die Nominierung von Solisten: mit Karsten Nagels edel geformtem Celloton und Heike Spechts gewandter Flötenkunst spielte Schröer zwei Asse aus im Hauptstück „O Earth, O Stars“ von David Maslanka, das den hohen technischen wie geistigen […] Anspruch exemplarisch markierte. Schröers künstlerische Extravaganz fasziniert. Nicht nur ein zahlreiches Publikum, auch viele junge Musiker: auf dem Podium werkelt fast eine Hundertschaft. Man scheint stilistische Kreativität und präsentative Frische wertzuschätzen, denn Schröer-Konzerte sind innovativ, weil sie den physikalischen Klang metaphysisch überhöhen, kohärente Programme schmieden und technische Grenzen ausloten.

 

 

„Musik beantwortet die unbeantwortbare Frage des Menschseins.“
Artikel erschienen in: EUROWINDS –
Bläsermusik in Europa, März/April 2013, 68

 

Kevin Puts triumphale „Millennium Canons“ (DEA) boten die perfekte Einstimmung für den großen Klangapparat, den der „Gesang auf die Engel“ der Bläserphilharmonie Osnabrück in ihrem letzten Orchesterkonzert forderte. Konzeptionell griff jener „Gesang“ die unbeantwortbare Frage des Menschseins und seiner steten Suche nach dem Göttlichen auf. Dabei stand vor allem die europäische Erstaufführung von David Maslankas Doppelkonzert für Flöte und Cello „O Earth, O Stars“ im Zentrum: Im ersten Satz stehen weit gespannte Phrasen der Bläser den eingestreuten Akzenten von Klavier, Harfe und Percussion gegenüber. Hier »hört« man förmlich den weiten Sternenhimmel, wird aber gleichsam auch am Boden »festgehalten«. Die Solisten Karsten Nagel am Cello und Heide Specht an der Flöte wussten ihren himmelsgleichen „Gesang“ besonders im „Sanctus“ hörbar zum Ausdruck zu bringen. Hier, wo Maslanka in unglaublich beseelter Weise einen zu Herzen gehenden, geradezu meditativen Lobgesang auf die Schönheit und Heiligkeit der Schöpfung und all ihrer Geschöpfe malt, verschmolz Nagels anrührender Streicherton besonders gut mit den Bläsern und Spechts Flötenstimme zog leuchtende Spuren. War es vor allem jenes Doppelkonzert in Kammermusikbesetzung im ersten Teil, das die Frage des Menschseins hoffnungsvoll, jedoch in bewusster Fragehaltung »beantwortete«, so bot der zweite wiederum mehr Raum für große orchestrale Klänge. Mit Yo Gotos kontemplativen wie jazzigen „Songs“ (DEA) und einem seelenvoll, vom gleichem Atem getragenen „Be thou my vision“ (David Gillingham) stellte die noch junge Bläserphilharmonie unter der Leitung von Jens Schröer vor allem ihr Können im wunderbar ausbalancierten, homogenen Klang und im interpretatorischen Ausdruck der Werke unter Beweis. Zudem verstand es das etwa 60 Musiker starke Ensemble, mit Gemba Fujitas „Klagelied des Erzengels Michael“ und dem abschließenden „Epiphanies“ von Ron Nelson innere Spannung auf hohem Niveau zu erzeugen. So entwickelten sich besonders Nelsons Fanfaren und Choräle aus einem garstig-aufgebrachten Impetus zu einem überzeugend hymnischen, geradezu verklärenden Gestus. Hier rissen förmlich die Wolken auf… – ein faszinierendes Klangerlebnis mit Musik, wie sie himmlischer, aber zugleich auch menschlicher nicht sein konnte!

Der Liebestrank

Nemorino liebt Adina, doch die hat ganz eigene Vorstellungen von der Liebe: Liebesschwüre sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Darum schmachtet Nemorino vergeblich, während Adina sich stattdessen über romantische Liebesgeschichten, wie die von Tristan, Isolde und deren Liebestrank, lustig macht. Doch plötzlich kommt Bewegung in ihr verschlafenes Dorf: Ein Trupp Soldaten quartiert sich ein. Der selbstverliebte Sergeant Belcore hält umgehend um die Hand Adinas an – und Nemorino ist in Panik. Sein Retter in der Not ist der reisende Dottore Dulcamara, dessen Wundermittelchen Erfolg in allen Lebenslagen versprechen. Der Betrüger verkauft dem verzweifelten Nemorino einen Liebestrank (hinter dem sich schnöder Alkohol verbirgt), der ihn innerhalb eines Tages unwiderstehlich machen soll. Beflügelt vom teuren Elixir und wartend auf dessen bezaubernde Wirkung, zeigt der schüchterne Nemorino seiner Adina zum ersten Mal die kalte Schulter. Da erhalten die Soldaten den Marschbefehl und Adina willigt launisch ein, Belcore noch am selben Abend zu heiraten. Nemorinos Liebescountdown läuft – denn bis zuletzt verliert er nicht den Glauben an Dulcamaras Wundertrank … Donizettis Der Liebestrank erfreut sich seit seiner erfolgreichen Mailänder Uraufführung 1832 ungebrochener Beliebtheit. Allein Nemorinos Romanze Una furtiva lagrima zählt zu den schönsten Tenor-Arien des Belcantorepertoires. Und wer hat sich in den schrecklichen Qualen unerwiderter Liebe nicht schon heimlich gewünscht, den anderen mittels eines Zaubertranks unsterblich in sich verliebt zu machen?

 

Die Bläserphilharmonie Osnabrück wirkt als italienische Banda in ihrer Funktion als Bühnenmusik in dieser Produktion des Theaters Osnabrück mit.

Fotos: Marek Kruszewski

Konzerttermine und -orte

Spielzeit 2012/2013,
Theater Osnabrück

Programm

Gaetano Donizetti
»Der Liebestrank / L´Elisir d´Amore«

Ausführende

Musikalische Leitung: Daniel Inbal / An-Hoon Song
Inszenierung: Guillermo Amaya
Bühne/Kostüme: Alexandre Corazzola
Choreinstudierung: Markus Lafleur
Dramaturgie: Maria Schneider
Chor und Extra-Chor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester
Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.

Zusammenarbeit

Theater Osnabrück

Pressestimmen

„Politik ist stärker als Liebe“
Online Musik Magazin, 25.01.2013

 

„Wie man das musiktheaterbegeisterte Publikum bei diesen frostigen Temperaturen mit einer herzigen, italienschen Liebesgeschichte aufwärmen kann, zeigt das Theater Osnabrück mit seiner neuen, beeindruckend stimmigen Produktion: einer unterhaltsamen, humorvoll untermalten Inszenierung von Donizettis L’elisir d’amore. […] Regisseur Guillermo Amaya verlegt die Handlung ins ländliche Italien der 1950/60er Jahre, wo der junge Nemorino vergeblich um die Zuneigung der kapriziösen Molkereichefin Adina wirbt. L’elisir d’amore ist hier keine Flasche Bordeaux, sondern ein alkoholischer „Zaubertrank“ namens White Russian, ein Mix aus überwiegend Schnaps und Milch. Amaya würzt die Geschichte mit kleinen witzigen Einlagen, ohne den romantischen Charakter zu schmälern. […] Auch musikalisch überzeugt die Darbietung unter der umsichtigen Leitung Daniel Inbals. Zu einem engagierten Sängerensemble und rhythmisch beschwingt aufspielenden Osnabrücker Symphonieorchester gesellen sich ein sängerisch und schauspielerisch bestens aufgelegter Chor und Extrachor, der homogen und textverständlich auch die beschleunigenden Finali meistert, und im zweiten Akt Blechbläser der Bläserphilharmonie Osnabrück auf der Bühne. Marie-Christina Haase, die in der besuchten Vorstellung die Rolle der Adina sang, stellt eher eine kapriziöse, denn empfindsame Adina dar. Sie kultiviert ihre schlank geführten Koloraturen und lupenreinen Spitzentöne soubrettenhaft mit neckischem Augenklappern. Tina Cowling übernahm in dieser Vorstellung die konkurrierende, nach Liebe suchende Gianetta. Bariton Daniel Moon ist ein mit Kraft, Koloraturen und Verzierungen selbstverliebt prahlender Sergeant Belcore, Genadijus Bergorulko ein buffonesk und virtuos plappernder Dottore Dulcamara. Besonderes Lob gilt Jacques Freyber, der an der Seite Dulcamaras für die buffoneske Untermalung sorgt. Star des Abends war der erst 26 Jahre alte, anrührend spielen- und singende Tenor Davide Guisti, der kurzfristig für den erkrankten Daniel Wagner die Rolle des naiven Nemorino übernahm. Kraftvoll, mit Träne und italienischem Schmelz wusste er auch gegen Ende des zweiten Aktes noch dynamisch differenziert, mit lyrischer Wärme das Publikum in „Una furtiva lagrima“ zu begeistern. Fazit: Eine unterhaltsame, humorvoll gewürzte Inszenierung und musikalisch ansprechende Darbietung.“

 

 

„Commedia dell’arte im 20. Jahrhundert“
Opernfreund, 23.01.2013

 

[…] Die Regie fügt, um etwas Abstand zu generieren, Traumszenen ein – denn ganz glaubwürdig ist es ja nicht, dass die gestandene Adina dem hergelaufenen Belcore gleich ihr Jawort gibt. Im zweiten Akt wird dann schon Hochzeit gefeiert. Der ewig plappernde Quacksalber ganz im Stil des Doktors der commedia dell’arte führt dazu mit seinem Adlatus ein Rollenspiel auf. Dazu tritt noch eine Blaskapelle auf, die das Geschehen mit Misstönen kommentiert (Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.) Nun ist allgemein bekannt, dass Adina und Nemorino sich finden, der Offizier Belcore mit seinem Stoßtrupp abzieht (um sich wohl anderswo wieder eine Adina zu suchen) und der Quacksalber Süßbitter (Dulcamaro) mit seinen Tinkturen und seinem einprägsamen musikalischen Thema ins nächste Dorf zieht. Vielleicht kann er dort wieder Elixire verkaufen, um seiner permanenten Geldknappheit zu wehren. – Gekonnte Personenführung und viele gelungene Regieeinfälle lassen in dieser gelungenen Regiearbeit keine Sekunde der Langeweile aufkommen. […] Großer Beifall aus dem sehr gut besuchten Haus belohnte alle Mitwirkenden für ihre ansprechende Leistung. Der Liebestrank steht bis zum 16. Mai noch acht Mal im Spielplan; ein Muss für Freund hochklassiger musikalischer und szenischer Unterhaltung.

Unsterbliche Stunden (2012)

Er komponierte das magische Motiv der »Harry-Potter«-Saga, die heldenhaft-kühne Melodie aus der »Indiana Jones«-Reihe und die jubelnden Blechbläserfanfaren des »Star Wars«-Spektakels: John Williams. Im Februar feierte der Filmmusikkomponist seinen 80. Geburtstag. Die Bläserphilharmonie Osnabrück widmet sich nun mit einem Filmmusikkonzert ganz seinen Werken. John Williams ist sicherlich einer der erfolgreichsten und vielseitigsten Komponisten in der Geschichte des Kinofilms. Erst seine außergewöhnlichen und vielfach mit Oscars und Grammys prämierten Kompositionen schaffen jene Atmosphäre in den Filmen, die diese zu unvergessenen Sternstunden des Kinos machen. Weit mehr als 100 Filmmusiken für Western, Melodramen, Liebesgeschichten oder Kriegsfilme stammen aus seiner Feder, darunter solche wie »Jurassic Park«, »Superman« oder auch »Schindlers Liste«. „Unsterbliche Stunden“ der Filmmusik, die die Bilder jener großen Filme (wieder) zum Laufen bringen.

Konzerttermine und -orte

So, 8. Juli 2012, 11:00 Uhr,
Theater am Domhof, Osnabrück
So, 15. Juli 2012, 19:30 Uhr,
Aula der Waldorfschule, Evinghausen

Programm

»Raiders March« aus
»Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes« (1981)
transc. Paul Lavender

 

Thema aus »Sieben Jahre in Tibet« (1997) arr. John Moss

 

»Superman March« aus »Superman« (1978) transc. Paul Lavender

 

Thema aus »Schindlers Liste« (1993) transc. John Moss,
Slava Pankov, Violine

 

Auszüge aus »Jurassic Park« (1993) arr. Paul Lavender

 

PAUSE

 

Auszüge aus
»Star Wars« (»Krieg der Sterne«)

 

Thema aus
»Episode I: Die dunkle Bedrohung« (1999)

 

Anakins Thema aus
»Episode I: Die dunkle Bedrohung« (1999)

 

»Imperial March« aus
»Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter« (1977)
arr. Takashi/Hoshide

 

Auszüge aus
»Catch me if you can« (2002),
Simon Woltmann, Altsaxophon
»Closing in«
»Reflections«
»Joy Ride«
arr. Jay Bocook

 

Ouvertüre aus »Die Cowboys« (1972)
arr. Jim Curnow

 

»Hymne an die Gefallen« aus
»Der Soldat James Ryan« (1998)
arr. Paul Lavender

Ausführende

Slava Pankov, Violine
Simon Woltmann, Altsaxophon
Bläserphilharmonie Osnabrück

Sponsoren

Jeanne d´Art – eine Kulturstiftung für Jeannette

Pressestimmen

‚“Klänge für bedrängende Bilder im Kopf“
Neue Osnabrücker Zeitung, 09.07.2012

 

Von manchem Komponisten hat jeder schon mal den Namen gehört, könnte aber nicht unbedingt ein Werk von ihm nennen. Bei anderen Komponisten verhält es sich genau anders herum: Jeder kennt ihre Musik, aber nicht zwangsläufig auch die Namen der Schöpfer. So jedenfalls geht es oft Komponisten von Filmmusik. Einem der bedeutendsten unter ihnen hat nun die Bläserphilharmonie Osnabrück unter Leitung von Jens Schröer ein ganzes Konzertprogramm gewidmet: John Williams, dem 1975 der internationale Durchbruch mit der Musik zum Kassenschlager „Der Weiße Hai“ gelang und der im Februar dieses Jahres seinen 80. Geburtstag feierte. Die Bühne im Großen Haus des Theaters ist voll. Als Kulisse dient das Bühnenbild zum Musical „Anatveka“, das gerade auf dem Spielplan des Theaters steht. Doch das ist kein Zufall: Den ersten seiner fünf Oscars erhielt Williams für seine Musik zur Verfilmung von „Anatevka“, wie man in der informativen Moderation des Kontrabassisten erfährt, der durch das Programm führt. Denn neben einer imposanten Anzahl von Bläsern wirken ein Kontrabassist, eine Harfenistin, ein Pianist und eine stattliche Perkussionsgruppe im Orchester mit. Als Solisten sind Slava Panka mit der Violinmelodie aus „Schindlers Liste“ und Altsaxofonist Simon Woltmann in jazzigen Auszügen aus „Catch me if you can“ zu hören. Der weißrussische Orchestermusiker Panka ist dem Osnabrücker Publikum als Straßenmusiker in der Großen Straße bekannt, und Woltmann studiert an der Universität Osnabrück. Als Clou erklingt die Stimme von Wolfgang Pampel – dem Synchronsprecher des Schauspielers Harrison Ford – mit einer persönlichen Ansage vom Band: Indiana Jones himself wünscht somit dem Publikum „unterhaltsame, spannende und rührende Momente“ mit der Bläserphilharmonie. Und auch das Motto des Konzerts, das am 15. Juli noch einmal in der Waldorfschule Evinghausen wiederholt wird, lautet: „Unsterbliche Stunden“. Dient Filmmusik ursprünglich der Handlung und der Atmosphäre der Bilder, ist es jetzt umgekehrt: Beim Hören der Melodien laufen vor dem inneren Auge des Publikums die dazu passenden Sequenzen ab. Schröer, der als Studienrat am Carolinum tätig ist, führt seine erst im vergangenen Jahr gegründete Bläserphilharmonie engagiert und sicher durch die unterschiedlichsten Film-Sujets wie Action, Drama, Horror und Schnulze. Los geht’ s mit den Fanfaren des „Raiders March“, worauf als Kontrast die hymnische Abspannmusik zu „Sieben Jahre in Tibet“ mit expressiven Holzbläsersoli und erhabenen Glockenklängen folgt. Überhaupt sei die Abspannmusik für Filmmusikkenner oft am spannendsten, so der Conférencier. Natürlich dürfen auch Auszüge aus „Star Wars“ und „Jurassic Park“ nicht fehlen: Über 25 Filme hat allein Regisseur Steven Spielberg zusammen mit Williams produziert. Und auch wenn die Bläserphilharmonie in der Filmmusik offenbar ganz in ihrem Element ist: Sie hat auch schon Theaterluft geschnuppert und die Bühnenmusik zur Opernproduktion „Aida“ gespielt. So darf man gespannt sein, was als Nächstes kommt.

Ins Herz geschrieben

»Das will ich mir schreiben in Herz und in Sinn,
dass ich nicht nur für mich auf Erden bin,
dass ich die Liebe, von der ich lebe,
liebend an andere weitergebe.«

 

Ein Kindergebet. So schlicht, unbedarft und doch so lieblich, so innig – beseelt vom tiefsten Kern des Menschen: Der Liebe. Wer von ganzem Herzen liebt, gibt sie nach allen Kräften weiter, dass auch der Nächste davon zehrt. Jene Liebe bleibt demnach nicht allein. Sie muss in die Welt hinaus, zum Anderen hin … sie schafft sich ein »wir«. – Sich dies in Herz und Sinn zu schreiben, von ganzer Seele zu lieben, mit allen Kräften und von ganzem Gemüt, führt zum wahren Menschsein. Jene Liebe ist ihr, der Musik, ebenso ins Herz geschrieben. So besonders in James Barnes dritter Sinfonie, seiner »tragischen «, die vom bitteren Verlust seiner Tochter, gleichsam aber auch von der beglückenden Geburt seines Sohnes erzählt und das Herz berührt. Ebenso Stephen Melillos großartige musikalische Metapher »Flucht aus Platons Höhle«, in der das Platonsche Höhlengleichnis uns mittels Musik Ohren und sinnbildlich Augen öffnen soll, das Licht zu suchen und diesem hoffnungsvoll zu folgen … Ein beseelter Abend mit Musik, die zur Herzensangelegenheit für Hörer und Spieler wird.

Konzerttermine und -orte

Sa, 17. März 2012, 19:30 Uhr,
St. Katharinen, Osnabrück

 

So, 18. März 2012, 18:00 Uhr,
St. Petri, Melle

Programm

Alfred Reed
»Alleluia! Laudamus te«

 

Stephen Melillo
»Flucht aus Platons Höhle«

1. Die Nachricht des Mannes (Das zerbrechliche Herz)

2. Die Höhle, das Ringen und der Mann aus dem Licht

3. Flucht … ins Licht!

 

Frank Ticheli »Sanctuary«

 

James Barnes Sinfonie Nr. 3, op. 89, die »Tragische«

1. Lento

2. Scherzo. Allegro Moderato

3. (Für Natalie) Mesto

4. Finale. Allegro Giocoso

Ausführende

Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.
Jens Schröer, Leitung

Sponsoren

Kreissparkasse Melle

Pressestimmen

„Ins Herz geschrieben“
Meller Kreisblatt, 19.03.2012

 

Nein, es war kein Unterhaltungsprogramm, sondern eine Zusammenstellung von neuer, klassischer Musik für Blasorchester, die die überwiegend jungen Musiker vorstellten. „Sie werden eine Vielzahl verschiedener Klänge, mal laut und mal leise, traurig und euphorisch hören“, führte der Kontrabassist des Orchesters, Daniel Sieverding, in den Abend ein. Weiter sagte er: „Diese Musik ist mit Herzblut geschrieben, und sie soll ins Herz gehen.“ Und so lautete dann auch der Titel des Konzertabends „Ins Herz geschrieben“. Diejenigen Konzertbesucher, die sich auf neue und auch ungewohnte Klänge einlassen konnten, erlebten einen Hörgenuss der Extraklasse. „So etwas Beeindruckendes haben wir noch nie gehört“, war etwa das Fazit eines Paares, das eher zufällig in das Konzert geraten war. Von der Piccoloflöte bis zu den Pauken waren alle Instrumente inklusive eines modernen Schlagwerkes, Stage-Piano und Harfe im Altarraum der Kirche versammelt. Und es wurde auch laut, sehr laut, eigentlich eher für einen großen Konzertraum geeignet als für eine Kirche. Aber auch meditative wie von weit her klingende, fast sphärische Klänge ließen den Zuhörern immer wieder Zeit für Momente der stillen Besinnung. Das Programm umfasste Werke von Alfred Reed (1921–2005), Stephen Melillo (geb. 1957), von Frank Ticheli (geb. 1958) und James Barnes (geb. 1949). Sinfonische Werke, ein Lobgesang auf Gott, moderne Metaphern und Musik der Einkehr boten viel Raum, sich auf moderne Klänge einzulassen, die zuweilen an Wagner oder Humperdinck, aber auch an Filmmusik denken ließen, dann aber überraschend anders als alles zuvor Gehörte daher kamen. Alle denkbaren Klangerlebnisse zauberten die Blech- und Holzbläser, gepaart mit der Schlagzeuggruppe von den Pauken bis zu Triangel und Röhrenglocken. Einen Hochgenuss fürs Auge bot der Dirigent und Gründer der Bläserphilharmonie als souveräner Leiter, der seine über 50 Musiker mit Überblick und absolut sauberer Schlagtechnik durch das Programm leitete. Eine Zugabe mit Namen „Herzchakra“ schenkte er dem begeistert applaudierenden Publikum in der gut besuchten Petrikirche.

 

 

„Reiz der sinfonischen Blasmusik“
Neue Osnabrücker Zeitung, 19.03.2012

 

Musik für große Bläserbesetzungen stellt hohe Anforderungen an die Ausführenden. Auf der anderen Seite verzichten die Komponisten in aller Regel auf Experimente oder gar klangliche Provokationen – das schmeichelt den Ohren der Zuhörer. Stimmt die Qualität der Ausführung, steht dem Erfolg nichts im Wege, wie nun beim Konzert der Bläserphilharmonie Osnabrück in St. Katharinen. 60 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Jens Schröer präsentierten einen Querschnitt durch die aktuelle Literatur, die sich einerseits auf kirchliche Wurzeln bezieht, wie in Alfred Reeds „Alleluja, laudamus te“, andererseits ihre Anknüpfungspunkte im Außermusikalischen sucht – Programmmusik nennt sich das seit dem 19. Jahrhundert. Stephan Melillos setzt dabei durchaus philosophische Vorbildung voraus: Seine „Flucht aus Platons Höhle“ bezieht sich auf das Höhlengleichnis. Fagott und Horn fangen die bedrückende räumliche Enge der Höhle ein, wohlige Mollklänge scheinen dagegen soziale Wärme zu kennzeichnen. Die aufwühlende „Flucht ins Licht“ findet schließlich ihre Entsprechung in permanenter klanglicher Unruhe. James Barnes reflektiert in seiner 3. Sinfonie den Tod eines seiner Kinder – in Fragemotiven, brutalen Dissonanzen. Das „Scherzo“ klingt nach sardonischem Gelächter in irrem Schmerz – öffnet aber auch den Weg zu Frieden und Hoffnung. Das fordert die schlüssige Interpretation durch den Dirigenten, setzt aber auch solistische Fähigkeiten einzelner Spieler voraus – die das Publikum mit begeistertem Applaus bedenkt.

Aida

Giuseppe Verdis Aida, eines der meistgespielten Werke der Opernliteratur, erzählt die tragische Geschichte einer unmöglichen Liebe zu Kriegszeiten: Die äthiopische Prinzessin Aida, als Sklavin an den Nil verschleppt, muss hilflos dabei zusehen, wie ägyptische Besatzer ihr Volk unterjochen. Dennoch liebt sie Radames, den siegreichen ägyptischen Feldherrn. Amneris, Tochter des ägyptischen Königs, ist ebenfalls in Radames verliebt. Um ihn für sich zu gewinnen, macht Amneris sich zum Werkzeug einer machthungrigen Priesterkaste. Am Ende wird ihr Glück ebenso einer unbarmherzigen Staatsräson geopfert wie das Leben von Aida und Radames. Individuelles Glück im unlösbaren Konflikt mit machtpolitischen Interessen – dieses klassische Thema beschäftigte Giuseppe Verdi in seinem drittletzten musikdramatischen Werk, das er unter dem Eindruck des deutsch-französischen Kriegs von 1870/71 schrieb. Verdi schuf mit seiner farbenreich orchestrierten Aida keine exotische Ausstattungsoper, sondern eine geniale Mischung aus Liebestragödie und Kriegsdrama, ein subtiles Kammerspiel, das sich ganz auf die inneren Konflikte seiner Helden konzentriert.

 

Die Bläserphilharmonie Osnabrück wirkt als italienische Banda in ihrer Funktion als Bühnenmusik in dieser Produktion des Theaters Osnabrück mit.

Fotos: Jörg Landsberg, Uwe Lewandowski

Konzerttermine und -orte

Spielzeit 2011/2012, Theater Osnabrück

Programm

Giuseppe Verdi

»Aida«

Ausführende

Musikalische Leitung: Daniel Inbal / Till Drömann

Inszenierung: Yona Kim ‚

Bühne/Kostüme: Étienne Pluss

Choreinstudierung: Holger Krause

Dramaturgie: Ralf Waldschmidt und Kathrin Liebhäuser

Chor und Extra-Chor des Theaters Osnabrück

Osnabrücker Symphonieorchester

Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.

Zusammenarbeit

Theater Osnabrück

Pressestimmen

„Politik ist stärker als Liebe“
Neue Osnabrücker Zeitung, 05.03.2012

 

„Giuseppe Verdis Oper Aida als Kammerspiel, kann das funktionieren? Ja, sehr gut sogar. Regisseurin Yona Kim hat, zusammen mit einem vorzüglichen Ensemble, dem Osnabrücker Theater einen fulminanten Opernabend bereitet. Ein Tenor mit Durchschlagskraft war Ricardo Tamura schon immer. […] Als Radamès in Verdis Aida demonstriert Tamura seine Entwicklung zum brillanten italienischen Tenor. Darauf baut die zutiefst musikalische Inszenierung der koreanischen Regisseurin Yona Kim. Auf der Bühne von Étienne Pluss schiebt sich eine lange Tafel schräg in die Tiefe, ein Deckenelement verengt oder weitet den Guckkasten- der zudem auch noch den Gesang fokussiert. Da bleibt viel Fläche für die Dreiecksgeschichte mit tödlichem Ausgang um Radamès, Aida und die Prinzessin Amneris. Gleichzeitig öffnet das sauber strukturierte Bühnenbild Daniel Inbal am Pult des Osnabrücker Symphonieorchesters Entfaltungs- und Gestaltungsräume. […] Chor und Extrachor, vorzüglich vorbereitet von Holger Krause, die Bläserphilharmonie Osnabrück unter der Leitung von Jens Schröer, schließlich sechs Aida-Trompeten verwandeln das ganze Haus in eine Bühne. […] Der demente König (trotzdem stimmgewaltig: Mark Sampson) spielt nur noch als Attrappe der Macht eine Rolle; die Strippen zieht Oberpriester Ramfis (Genadijus Bergorulko mit einschmeichelnder Stimme). Doch das gegnerische Regime ist keinen Deut besser: Der äthiopische König Amonasro (edel im Klang: Daniel Moon) degradiert seine Tochter Aida zur Agentin, die dem Feind Kriegsgeheimnisse entlocken muss. Yona Kim erzählt das bezwingend schnörkellos. Vor allem stellt sie ein fulminat singendes Terzett ins Zentrum ihrer Inszenierung: den Radamès Ricardo Tamura, die furiose Amneris von Jenice Golbourn und die brillante Aida Lina Liu. Die Afroamerikanische Golbourn macht aus der Königstöchter Amneris einen Vulkan kurz vor dem Ausbruch. In glänzenden Roben verströmt sie optisch die Verschwendungssucht einer Kleopatra, in der Stimme pure Sinnlichkeit. […] Gekrönt wird das stimmige Trio aber von Lina Liu. Mit eingezogenen Schultern druckt sie sich weg vor einem hässlichen Leben. […] Von dieser Tragik erzählt Lina Liu in bezaubernd lyrischen Gesangslinien und mit einer Klarheit in der Stimme über alle Lagen hinweg. […]“

 

 

„Der Oscar geht an Radames“
Opernnetz – Zeitschrift fuer Musiktheater und Oper, 05.03.2012

[…] Denn die Musiker unter der Gesamtleitung von Daniel Inbal vereinen sich gerne zum großen Forte-Effekt, der durchaus Eindruck macht und vom Publikum auch begeistert honoriert wird. Allerdings grenzt dieses Forte zuweilen an Krach, für die Sänger ist es hörbar nur noch Material singen, und könnte auch zwei Theater mühelos füllen. Dafür entschädigt aber, dass das Osnabrücker Symphonieorchester sich ansonsten in guter Form präsentiert und einen herrlichen Verdi spielt. Vor allem die Blechbläser und die Bläserphilharmonie Osnabrück unter der Leitung von Jens Schröer muss man für die sichere Umsetzung des Triumphmarsches loben. […] „Gnadenschuss für Radames“ (Die Deutsche Bühne, 02.05.2012) […] Verdis „Aida“ ist für eine Bühne von der Größe des Theaters Osnabrück eine Herausforderung. Man muss sich das nur einmal quantitativ klarmachen: 130 Personen sind beteiligt an Yona Kims „Aida“-Inszenierung – das ist in einem „Großen Haus“, in dem rund 600 Zuschauer Platz finden, mit einem Orchestergraben, in dem es schon ab 50 Musikern eng wird, eine Menge Mensch. Und wenn das Osnabrücker B-Orchester dann auch noch durch die Bläserphilharmonie Osnabrück verstärkt wird, die im Triumphmarsch als Banda an den Seiten der Bühne Aufstellung nimmt, dann erschüttert die Klangwucht der Orchester-Phalanx mit den Aida-Trompeten von der Empore das ganze Haus. Es ist eine beachtliche Leistung, dass der Dirigent der Aufführung Daniel Inbal diese Klangmassen zu einem erstaunlich profilierten Ganzen zu formen versteht, sehr plastisch in den Konturen, rhythmisch spannungsgeladen, dabei dynamisch aber ausgesprochen diszipliniert. […]

…made in America

Scheinbar unendliche Weiten, erhabene Natur, pulsierende Großstadt-Geschäftigkeit… All das ist zumeist tief und hörbar in die Musik amerikanischer Komponisten geschrieben, die auf dem Programm dieses besonderen Konzerts stehen.

 

Eigens mit einem großen sinfonischen Blasorchesterkonzert feiert der Osnabrücker Klarinettist Allan Ware sein 25jähriges Dienstjubiläum an der Musik- und Kunstschule Osnabrück. Der gebürtige Amerikaner, den ein Fulbright-Stipendium nach Deutschland führte, gilt heute als »Clarinet Virtuosi of the Present« und ist als vielseitiger Klarinettist sowohl solistisch als auch kammermusikalisch international tätig. Mit dem Konzert stellt sich auch die Bläserphilharmonie Osnabrück e.V. vor, die sich als überregionales sinfonisches Blasorchester im Mai 2011 gegründet hat. Unter der musikalischen Leitung von Jens Schröer wird Allan Ware das virtuose Klarinettenkonzert Frank Bencriscuttos und Steve Reichs selten live zu hörende Minimal Music-Komposition »New York Counterpoint« interpretieren. Neben Bernard Gilmores »Five Folksongs«, welche zudem die amerikanische Sopranistin Carol Saint-Clair mit der Bläserphilharmonie Osnabrück e.V. darbieten wird, erklingen u.a. sinfonische Blasorchesterwerke von James Barnes, Mark Camphouse und Frank Ticheli.

Konzerttermine und -orte

Di, 1. November 2011, 19:30 Uhr
Aula der Hochschule Osnabrück

 

Sa, 5. November 2011, 20:00 Uhr
Aula der Waldorfschule Evinghausen

 

Do, 10. November 2011, 20:00 Uhr
Forum des Burg-Gymnasiums Bad Bentheim

Programm

James Barnes

»Symphonic Overture« op. 80

 

David Bedford

»Sun paints rainbows on thevast waves«

 

Frank Bencriscutto

»Concertino for Clarinet and Band«
Allan Ware, Klarinette

 

Steve Reich

»New York Counterpoint«

  1. Fast
  2. Slow
  3. Fast

 

PAUSE

 

Mark Camphouse

»Legacy for Brass and Percussion«

 

Bernard Gilmore

»Five Folksongs for Soprano and Band«

  1. Mrs. McGrath (irisch)
  2. All the pretty little horses (amerikanisch)
  3. A Fiddler (jiddish)
    Carol Saint-Clair, Sopran

 

Frank Ticheli

»Sanctuary«

 

Nigel Hess

»East Coast Pictures«

  1. Shelter Island
  2. Catskills
  3. New York

Ausführende

Carol Saint-Clair, Sopran
Allan Ware, Klarinette
KonKlaChor der Musik&Kunstschule Osnabrück
Bläserphilharmonie Osnabrück e.V.
Jens Schröer, Leitung

Sponsoren

Jeanne d´Art – eine Kulturstiftung für Jeannette
Stadtsparkasse Osnabrück
SOLARLUX Aluminium Systeme GmbH
Schwimmschule Armbruster/Lindenthal

Pressestimmen

„Neue Dimensionen“
Neue Osnabrücker Zeitung, 29.10.2011

 

Es geht turbulent zu. Die Partitur des Werkes „New York“ verlangt in fast allen Stimmen sehr schnelle Läufe, als wolle sie das geschäftige und niemals ruhende Leben einer Megametropole illustrieren. Im nächsten Stück, „Sanctuary“, herrschen ruhige, flächige Klänge und großes Pathos: Eindrücke aus einer Probe der Bläserphilharmonie Osnabrück, eine Woche vor ihrem Gründungskonzert am Dienstag um 20 Uhr in der FH-Aula. „Made in America“ heißt das Programm, mit dem sich das Orchester in der FH-Aula vorstellen will. Obwohl bei dieser Probe das Blech und das Schlagwerk nicht voll besetzt sind, klingt die Bläserphilharmonie wuchtig und kraftvoll. Beim Konzert, so erklärt der Dirigent Jens Schröer, werden dann etwa 55 Musiker mitspielen. Viele Studenten sind darunter, Musik- und Instrumentallehrer spielen mit, aber auch viele, die sich mit Musik nur in ihrer Freizeit beschäftigen. Für künftige Projekte kann das Orchester an fast allen Positionen noch neue Mitglieder aufnehmen. „Man sollte aber schon Orchestererfahrung mitbringen, weil die Literatur, die wir spielen, ja nicht die leichteste ist“, sagt Jens Schröer. Sein Orchester versteht er nicht als Konkurrenz zu Blaskapellen, da die Bläserphilharmonie ganz anderes Repertoire spiele. „Die Musik ist symphonisch geprägt. Man kann fast sagen, es ist eine Übertragung des romantischen Orchesterapparats auf das Blasorchester.“ Orchester dieser Form haben sich erst zur Mitte des 20. Jahrhunderts herausgebildet, typisch ist eine sehr umfangreiche Besetzung, die tiefes Holz und ein stark besetztes Schlagwerk einschließt. Der Kontrabass ist immer dabei, oft kommen auch das Klavier oder verschiedene Sonderinstrumente hinzu. Jens Schröer hat als künstlerischer Leiter ganz unterschiedliche Projekte geplant: Im Frühjahr ein Kirchenkonzert, im Sommer Open-Air-Konzerte mit Filmmusik, dann möchte er sich mit einem Chor für ein Konzert zusammentun. Solche Vielseitigkeit ist ihm wichtig, mit der Bläserphilharmonie will er „in neue Dimensionen der symphonisches Bläsermusik eintauchen“. Daher will sich Jens Schröer immer um inhaltlich spannende Konzeptionen und interessante musikalische Partner bemühen. Im Gründungskonzert sind der KonKlaChor, Klarinettist Allan Ware und Sopranistin Carol Saint-Clair dabei.

 

 

„Farbig schillernder Klang“
Neue Osnabrücker Zeitung 03.11.2011

 

Beim Gründungskonzert der Bläserphilharmonie Osnabrück werden ausschließlich Werke der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gespielt, und zwar ausschließlich Originalkompositionen für die jeweiligen Besetzungen. So etwas gibt’ s selten, aber es ist äußerst hörenswert. Zumal das Orchester mit Jens Schröer einen sichtlich und hörbar versierten Leiter hat, dessen feinsinnigem und funktionalem Dirigat es homogen und genau folgt. Kleinere Unsicherheiten bei Intonation und Einsätzen sind insofern gern verzeihlich, als dass das Orchester insgesamt einen volumigen, gleichwohl aber farbig schillernden und transparenten Klang entwickelt und den anspruchsvollen spieltechnischen und interpretatorischen Erfordernissen der Werke gerecht wird. Chapeau! Amerikanisch, so belehrt das Programmheft mit Worten Leonard Bernsteins, bedeute in der Musik „weite, offene Klänge, raue Bläserakkorde, pulsierende Rhythmen und natürlich Jazz“. Man möchte hinzufügen: pompöser, großer Klang, selbstzufriedene Gemütlichkeit und die große Erzählung von Pioniertaten und Landschaft sowie die glanzvolle Faszination der Technik. Einen entsprechend großen Bogen schlagen die Musiker von der „Symphonic Overture“ von James Barnes, in der einsam sensible Soli mit fetzigem Blech dialogisieren, bis zu den „East Coast Pictures“ von Nigel Hess, mit deren farbiger Instrumentation am Schluss des Programms gleichermaßen noch mal ein mächtiges Klangpanorama der Neuen Welt vorgeführt wird. Mit Frank Tichels „Sanctuary“ zeigt die Bläserphilharmonie, dass sie auch die Sprache der leisen Klänge, der changierenden Klangflächen, des Aufbaus innerer Spannung auf hohem Niveau beherrscht und zu einem verklärenden Hymnus führen kann. Genauso imponierend wird Mark Camphouses „Legacy for Brass and Percussion“ zelebriert sowie Steve Reichs Minimalkomposition „New York Counterpoint“ durch den KonKlaChor der Kunst und Musikschule Osnabrück. Besondere Höhepunkte des Konzertes sind schließlich die stimmungs- und humorvollen drei Folksongs von Bernhard Gilmore, die Carol Saint-Clair mit ihrem jugendlich gebliebenen Sopran in ausgereifter Interpretation vorträgt, und natürlich das virtuose „Concertino for Clarinet and Band“ von Frank Bencriscutto, bei dem der Dienstjubilar des Tages, Allan Ware, die breite Ausdruckspalette seiner Klarinette zeigt und einmal mehr unter Beweis stellt, dass er nicht umsonst zum musikalischen Botschafter seines Landes berufen wurde.